Tag Archive for 'ernährung'

Ampelkennzeichnung für Lebensmittel – Mitmach-Aktion von foodwatch

Ampel auf Lebensmittel

Ampel auf Lebensmittel (Quelle: foodwatch.de)

Seit Jahren wird sie schon diskutiert, aber die Bundesregierungen waren wohl bisher immer zu schwach sich gegen die starke Lebensmittel-Lobby durchzusetzen. In Großbritannien ist es gelungen. Dort gibt es die Ampel auf Lebensmitteln. Fette, Zucker und Salz werden dabei durch drei Farben (grün, orange und rot) gekennzeichnet, um dem Verbraucher eine Einschätzung über die Höhe des Gehalts zu geben.

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Verarschung auf der Verpackung – Von Aromen und Zusatzstoffen in Lebensmitteln

Goldener Windbeutel

Goldener Windbeutel (Quelle: foodwatch.de)

Wir schlendern durch den Supermarkt auf der Suche nach etwas zu essen. Vielleicht kochen wir sogar selber und suchen einige Zutaten. Da werden Nudeln eingepackt, dazu die billige Fertigsoße. Ein “gesundes” Milchgetränk für Kinder, ein Joghurt oder ein Tee mit Fruchtgeschmack.

In Wirklichkeit enthalten die Fertigprodukte jedoch oft nicht, was sie auf ihrer Verpackung versprechen. Von Organisationen wie FoodWatch oder den Verbraucherzentralen wird das als “dreister Werbeschwindel” eingestuft.

Da gibt es Pistazienjoghurt ohne auch nur die Spur einer Pistazie – alles nur Aromastoffe. Statt echter Zitronensäure, wird Citronensäure eingesetzt. Die als Citronensäure aufgeführte Säure wird übrigens von Schimmelpilzen hergestellt. Der Pilz befällt z.Bsp. auch verdorbene Lebensmittel und soll angeblich auch im Bad zwischen den Fliesen wachsen, wenn sich die Feuchtigkeit staut.
In anderen Produkten werden groß “Physalis” auf der Verpackung gezeigt, jedoch findet sich kein bisschen der Frucht im Getränk. Ähnliche Schwindeleien gibt es zum Beispiel mit Pesto Genovese (das grüne Pesto). Oft ist dort statt hochwertigem Olivenöl aus dem Originalrezept nur billiges Pflanzenöl (bspw. Sonnenblumenöl) enthalten und statt der teuren Pinienkerne oft Cashewnüsse oder ähnliches. Die Liste ließe sich endlich fortsetzen. Über Analogkäse und Gelschinken aus Pflanzenfett (statt aus Milch hergestellt) und Gelatine (statt 100% echter Schinken am Stück) hatte ich ja bereits in einem früheren Artikel geschrieben (s. Verwandte Artikel unten).

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Wird die Welt besser oder schlechter? – Die Welt in Zahlen

Die Entwicklung der Welt in Zahlen

Die Entwicklung der Welt in Zahlen

Das scheint im ersten Augenblick eine sehr naive und undifferenzierte Frage zu sein. Viele werden wohl sagen: “Die Welt wird schlechter” und die meisten vermutlich “Hängt davon ab”.

Bei New Scientists, gibt es einen neuen Artikel mit dem Titel “Blueprint for a better world” (Entwurf für eine bessere Welt). Dazu schreibt NS:

We live in an imperfect world. Poverty, disease, lack of education, environmental destruction – the problems are all too obvious. Many people don’t have clean water, let alone enough food, and the unsustainable lifestyle of the wealthy few is storing up catastrophic climate change.

Can we do anything about it? You bet we can. Technology is a double-edged sword, but science and reason have made our lives immeasurably better overall – and only through science and reason can we hope to make a real difference in the future. So here and over the next three weeks, New Scientist will explore diverse ideas for making the world a better place, and the evidence backing them.

[...]
Next week in part 2 we’ll report on what you as an individual can do to make a difference. In part 3 we’ll explore what many see as the fundamental problem: overpopulation. And finally, in part 4, we’ll ponder the profound and long-lasting changes we are making to our home planet.

Sehr interessant ist vor allem die beim Artikel angehängte und von mir oben verlinkte Grafik mit allerlei Statistiken zu den verschiedensten Einflüssen auf unser kosmopolitisches Wohlergehen. Einige daraus möchte ich gerne hier betrachten.

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Jakobskreuzkraut im Rucola und Schwermetalle im Blattgemüse

Cadmium Belastung im Boden

Cadmium Belastung im Boden

Immer wieder hört man, wenn sich eine Organisation dazu hinreißen lässt Gemüse und Obst aus Supermärkten zu testen, dass Grenzwerte überschritten sind und dieses Obst bzw. Gemüse nicht gesund ist. Ich erinnere mich noch gut an einen Skandal vor einigen Jahren, als Dioxin in Erdbeeren aus Spanien entdeckt wurden.

Jedoch finden sich auch immer wieder andere Schadstoffe in Lebensmitteln, die eine ständige Kontrolle durch die Behörden eigentlich erfordern würden. Vor allem fiel bei Tests auch immer wieder auf, dass gerade Obst und Gemüse vom billig Supermarkt sich nicht von dem aus den großen Supermärkten unterscheidet, ja dieses sogar oft qualitativ übertrifft.

Vor ungefähr einer Woche wurde mal wieder etwas gefunden. Ein aufmerksamer Kunde entdeckte in einem Plus Supermarkt das giftige, in großen Mengen sogar lebensbedrohliche weil leberschädigende Jakobskreuzkraut in einer Packung mit Rucola-Salat. Der Kunde kaufte alle im Sortiment befindlichen Rucola-Packungen auf, um eine Gesundheitsgefährdung von anderen zu verhindern – sehr edel und uneigennützig! Der Fall, der sich in Hannover ereignete, hatte zur Folge, dass in sämtlichen Supermärkten der gesamte Rucola zur Sicherheit aus den Regalen genommen wurde.

Ich möchte dieses zum Anlass nehmen, um auf die Gesundheitsgefährdung durch Schwermetalle und andere Schadstoffe aus dem Boden hinzuweisen. Immer wieder werden Grenzwerte überschritten. Leider wird dies viel zu selten richtig festgestellt, da nicht ständig und nicht regelmäßig genug kontrolliert wird. Vor allem die Cadmium-Belastung im Boden wird oft unterschätzt. Das Schwermetall geht dann in die Nahrung über und kann so durch den Verzehr den Körper belasten. Cadmium (Cd) ist deswegen besonders gefährlich, weil es Zink-ähnlich ist und somit vom Körper ähnlich aufgenommen wird. Cadmium kann sich dann im Körper ablagern und Zink verdrängen, so dass Zink nicht mehr bzw. nur noch schwierig aufgenommen werden kann. Das Schwermetall lagert sich dann z. Bsp. in den Knochen ab und verdrängt dort das wichtige Calcium (Ca) was zu porösen Knochen führt.
Vor allem grüne Gemüsesorten mit großer Blattoberfläche sind betroffen!

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Lebensmittelimitate Teil drei – die Stellungnahme von Ditsch

Gerade eben habe ich über den Google-Cache (Indizierung vom: 07.07. 12:19:42 GMT) eine Stellungnahme der Fast-Food-Bäckerei Ditsch wieder gefunden. Dort erklärt Ditsch wieso es Analogkäse verwendet und, dass dies nur in einem einzigen Produkt zu 40% gemischt mit 60% echtem Käse geschieht. Soweit so gut. Jedoch schreibt Ditsch außerdem noch:

Die Fakten über „Analogkäse“
Daher zunächst eine kurze Erklärung zum Thema Analogkäse:
• Was ist „Analogkäse“?
Seinen Namen verdankt der „Analogkäse“ der Tatsache, dass er wie Käse aussieht und auch so schmeckt. Der einzige Unterschied liegt darin, dass bei seiner Herstellung anstatt von Milchfett zu einem gewissen Anteil Pflanzenfett verwendet wird. Dies ist vergleichbar mit der Herstellung von Butter und Margarine.

Das ist falsch! Der Vergleich zwischen Butter und Margarine hinkt. Dabei handelt es sich nämlich ausschließlich um Fett. Es stimmt soweit, dass Margarine aus pflanzlichem Fett besteht. Jedoch ist Butter oder Margarine auch nichts weiter als Fett und auch als Fett gedacht und so zu benutzen.
Käse hingegen ist nicht reines Fett sondern ein Milcherzeugnis. Guter Käser erfordert sogar viel Zeit und Handarbeit. Dabei werden in die aus der Milch gezogenen Stoffe Bakterien zugeführt, der Käse muss reifen, entwickelt Aroma und enthält wichtige Stoffe und Vitamine die aus der Milch kommen. All dies fehlt dem Analogkäse dem reinen Pflanzenfett als Ersatz dient und Milch ist im Normalfall auch absolut keine enthalten. Das Produkt ist also ein völlig anderes. Sowohl von Inhaltsstoffen, als auch vom Gebrauch her. Wie Käse hergestellt wird und das dort mehr gemacht wird, als nur Milchfett zu verarbeiten sieht man in einem Werbefilm der Molkerei Müritz auf YouTube.

Das einzige erfreuliche an der Nachricht: Ditsch hat seinen seinen Herstellungsprozess umgestellt und verwendet laut eigenen Ausssagen bereits seit 01. Juli 2009 keinen Analogkäse mehr.

Lebensmittelimitate Teil zwei

In meinem letzten Artikel vom 11. Juli schrieb ich über Analogkäse und Gel-Schinken, Imitate die nur vortäuschen das zu sein, wofür sie sich ausgeben. Mehr Schein als Sein.
Es gibt jedoch noch viel mehr Lebensmittel die mit Imitaten, Ersatzstoffen, Aromastoffen und anderen Tricks gestreckt oder verändert wurden, um das Lebensmittel so günstig wie möglich anzubieten. Wie schon im letzten Artikel erwähnt, ist das auch indirekt eine Folge der sehr günstigen Lebensmittelpreise in Deutschland (im Europavergleich) und dem Kaufverhalten der Kunden.

Die Verbraucherzentrale Hamburg schreibt:

Denn nicht nur mit „Analogkäse“ und „Schinkenimitaten“ müssen die Konsumenten rechnen, sondern auch mit gestrecktem Pesto oder Schokoladenkeksen ohne Schokolade. Und das nicht nur bei den Billigmarken, sondern auch bei teureren Markenartikeln. Die Befürchtung der Verbraucherzentrale: Durch das Absenken der Standards kann allgemein die Qualität sinken. Lassen Sie daher Produkte im Regal liegen, die Echtes vortäuschen. Wenn Sie sich über weitere Produkte geärgert haben: Bitte schicken Sie uns eine E-Mail: ernaehrung@vzhh.de

fermentierte Vanilleschote

fermentierte Vanilleschoten - B. Navez (Lizenz: auf das Bild klicken)

Ein gutes Beispiel für einen weit verbreiteten Imitatstoff, den wir inzwischen wie selbstverständlich kaufen ist Vanillinzucker. Eigentlich geht es um Vanille, dem Stoff aus der Vanilleschote. Die Vanilleschote ist die Frucht einer Pflanze aus der Gattung der Orchideen. Vanillin ist das der echten Vanille nachempfundene Aroma aus dem Labor. Kaufen wir z. Bsp. Vanillezucker Vanillinzucker in Tüten für einen Kuchen, so handelt es sich um mit Vanillin-Aroma versetzten Zucker.
Tipp: Besser ein oder zwei einzelne Vanilleschoten kaufen, diese halbieren und in ein kleines Glas mit Zucker stecken und einige Zeit stehen lassen. Der Zucker nimmt das Aroma an und schmeckt viel intensiver. Außerdem halten die Schoten im Glas so lange, dass es viel günstiger ist, als Vanillinzucker zu kaufen.

Andere Imitate sind wesentlich unappetitlicher. Ich hörte z. Bsp. auf der Seite der Verbraucherzentrale Hamburg zum ersten mal von Schokoladenersatz. Da ist keine Kakaobohne drin oder Kakaobutter wie in richtiger Schokolade, sondern irgendwelche Kakaoersatzstoffe und Pflanzenfett. Continue reading ‘Lebensmittelimitate Teil zwei’

Analog-Käse und Gelatine-Schinken

Viele Verbraucher haben es in den letzten Wochen in den Medien gehört, Analog-Käse ist im Umlauf. Nun ist vor kurzem auch zu hören, dass künstlicher, so genannter Gel-Schinken die Runde macht.

Beide sind im Labor ausgetüftelte und billig hergestellte Imitate, die mit dem eigentlichen Lebensmittel nichts mehr zu tun haben. Gut für die Industrie, billig für die Gastronomie und schlecht für den Verbraucher. Die Lebensmittel sind nicht gesundheitsschädlich, jedoch fehlt ihnen nahezu jeder gute Nährstoff wie z. Bsp. Vitamine oder sonst enthaltene Spurenelemente. Der Analog-Käse z. Bsp. besteht nur aus pflanzlichem (statt tierischem) Eiweiß und ist mit einigen Aromen und etwas Farbstoff (Betakarotin) versetzt, so dass er aussieht wie richtiger Käse und ihm im Geschmack ähnelt. Mit dem Milcherzeugnis hat er jedoch nichts zu tun.
Gleiches gilt für das Schinkenimitat. Von Kochschinken keine Spur. Reine Gelee-Masse mit einigen Fleisch- und Fettstückchen gefüllt wird er als Schinkenersatz verkauft.

Das Problem bei der Sache ist nicht, dass es gesundheitsschädlich wäre und vom Markt muss. Das Problem ist, dass die Verbraucher nicht an der Nase herumgeführt werden wollen und man etwas vorgesetzt bekommt, was es gar nicht ist. Ein weiteres Problem ist, dass sich beide Produkte oft (um günstig herstellen zu können) in der Lebensmittelproduktion wiederfinden. So wird beim Bäcker gerne auch Käsebrötchen mit überbackenem Analog-Käse verkauft ohne dabei den Verbraucher in Kenntnis zu setzen. Oder das Schinkenimitat kommt dann als Kochschinken auf die Pizza – von Transparenz für den Kunden keine Spur.
Um der Transparenz ein wenig auf die Sprünge zu helfen hat die Verbraucherzentrale Hamburg eine kleine Liste mit Nepp-Käseprodukten (PDF) ins Netz gestellt. Interessanterweise befindet sich darunter auch ein Produkt der bekannten Kette Ditsch.

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Mineralwasser belastet durch Urangehalt

Wie der neue Bericht von Foodwatch belegt, ist jedes achte Mineralwasser so hoch belastet, dass es für Säuglinge nicht geeignet ist. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Uran an sich zwar leicht radioaktiv ist, diese Radioaktivität nicht besonders gefährlich ist (sofern Uran in seiner Reinform und bspw. nicht als Isotop vorliegt). Uran gibt so genannte α-Strahlung ab, die schon beim Durchdringen der obersten Schichten bspw. von Papier, Haut oder anderen Materialien ungefährlich wird (die Strahlung hat nur eine sehr geringe Eindringtiefe). Anders sieht es jedoch aus, wenn das Schwermetall bspw. durch Trinken in den Körper gelangt, dann ist es giftig. Was mit größeren Mengen von solchen ungesunden Materialien passiert, sahen wir im Jahre 2006 als Litwinienko durch das verunreinigen von Nahrungsmittel mit Polonium vergiftet bzw. ermordet wurde (wobei Polonium um ein vielfaches giftiger ist als Uran).

Foodwatch schreibt im Artikel zur Untersuchung:

Rund dreizehn Prozent der Mineralwassermarken, für die foodwatch Daten vorliegen, enthalten für Säuglinge und Kleinkinder kritische Mengen Uran. Darunter bekannte Marken wie San Pellegrino und Perrier von Nestlé oder Überkinger.

Die gesamte Liste mit allen Tests ist bei foodwatch.de als PDF verfügbar. Die Liste enthält insgesamt Daten zur über 400 Marken, welche foodwatch zusammengetragen hat.

Der deutsche Grenzwert, wie foodwatch weiter schreibt, liegt bei 2 Mikrogramm pro Liter, der von vielen Flaschen übertroffen wird. Nur wenn Wasser innerhalb dieses Grenzwertes bleibt, darf es die Aufschrift “geeignet für die Zubereitung von Säuglingsnahrung” tragen. Von den untersuchten Wässern enthalten einige mehr als 10 Mikrogramm pro Liter und sind damit auch nicht für den Verzehr durch Erwachsene geeignet.