Vor einigen Tagen las ich einen sehr guten Artikel bei ZEIT Online über die Unsicherheit des RSA Verschlüsselungsverfahrens. Der Artikel eignet sich auch gut für Informatikstudenten, die noch keine Erfahrungen in Sachen Kryptografie haben und eine kleine, allgemeine Übersicht wünschen. Auch golem.de berichtete darüber, außerdem findet bei Google+ eine interessante Diskussion über Verschlüsselung in den Kommentaren einer ZEIT Online Nachricht statt.
Nun zum Kern: Ronald Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman (RSA) haben zusammen das RSA Verfahren entwickelt. Damals setzte sich RSA durch und der von Whitfield Diffie (u. a. bekannt durch DIffie-Hellmann Schlüsselaustausch und andere Leistungen im Bereich der Kryptografie wie die asymetrische Verschlüsselung) vorgeschlagene Algorithmus unterlag. Ein beunruhigendes Paper mit dem Titel “Ron was wrong, Whit is right” (PDF) nimmt darauf Bezug, dass Ron Rivest wohl doch falsch lag und es wird nachgewiesen, dass RSA nicht die nötige Sicherheit hat, die man ihm jahrelang zugemessen hat.
Warum ist das so problmatisch?
Das Problem liegt darin, dass heute alle gängigen Verfahren zur Webverschlüsselung (bspw. Erstellen von SSL-Schlüsseln für die sichere SSL Verbindung beim Online Banking, Einkauf im Netz, etc.) auf dem RSA-Verfahren beruhen. Ist dies nun unsicher, könnte man aus den neu gewonnenen Informationen vielleicht ein Verfahren ableiten, um Schlüssel schnell(er) zu knacken. Das würde bedeuten, dass eine sichere Verbindung z. Bsp. beim Online Banking angreifbar ist. Warum das zum Problem werden kann, wird sich jeder denken können.
Was war passiert?
Der niederländische Mathematiker Arjen K. Lenstra (englisch) untersuchte 7,1 Millionen im Netz auftauchenden öffentlichen SSL-Schlüssel. Dabei stellte er fest, dass die für die Schlüssel benutzten Zufallszahlen nicht wirklich so zufällig waren wie gewünscht. Das führte bei etwa 27.000 Schlüsseln zu Doppelungen und Auffälligkeiten. Eine wirklich zufällige Zufallszahl zu erzeugen (und keine Pseudozufallszahl) ist längst nicht so einfach wie man vielleicht annehmen könnte. Würde man an einem Computer z. Bsp. die Eingabe der Mausbewegungen als zufällige Werte nehmen, um daraus eine Zufallszahl zu berechnen, wäre aber die Bewegung der Maus berechenbar, dann wäre die Zahl nicht mehr zufällig. Alle Abläufe die berechenbar sind, bieten keine gute Grundlage für Zufallszahlen.
Die Untersuchungen von Lenstra muss nun weiter untersucht und analysiert werden. Im schlimmsten Fall, stellt sie das gesamte Netz auf den Kopf, spätestens wenn jemand behauptet, er habe ein Verfahren gefunden, die “zufälligen” Schlüssel zu erzeugen bzw. mit diesen Schlüsseln verschlüsselte Verbindungen zu entschlüsseln.
Eventuell führt das dazu, dass wir bald andere Verfahren benutzen werden müssen, um unsere Verbindungen im Netz zu sichern.
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