Archive for the 'Politik und Gesellschaft' Category

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Life in a day – Das Leben in einem Tag

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Heute um 19 Uhr ist auf Youtube die Deutschlandpremiere des Videos “Life in a day” zu sehen. Das Projekt ist ein Zusammenschnitt von tausenden von Filmen die Youtube-Nutzer am 24. Juli 2010 aus aller Welt eingeschickt haben.

Golem.de schreibt:

Die 90 Minuten lange Dokumentation von Regisseur Kevin MacDonald und Produzent Ridley Scott entstand zusammen mit der Youtube-Community und soll zeigen, wie unterschiedliche Menschen die Welt am Tag des 24. Juli 2010 erlebt haben.

Die Macher des Videos beschreiben ihren Film selbst mit den Worten:

Am 24. Juli 2010 haben Tausende Menschen aus aller Welt Videos von ihrem Leben auf Youtube hochgeladen, um an “Das Leben in einem Tag” teilzunehmen, einem historischen cineastischen Experiment, mit dem Ziel einen Dokumentarfilm über einen Tag auf der Erde zu schaffen.

Regisseur und Oscar Preisträger Kevin Macdonald hat mit seinem Redaktionsteam über 80.000 Einsendungen mit mehr als 4.500 Stunden Laufzeit gesichtet und daraus einen Film produziert, der in 90 Minuten eine ungeschönte, faszinierende Momentaufnahme unserer Welt biete.

Viel Spaß beim Anschauen!

Hat AWD die Rürup- und Riester-Rente indirekt mitgeplant?

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Im September 2005 wird es bekannt. Der Fernsehsender Sat 1 in seinem Frühstücks- und Vorabendprogramm regelmäßig Plätze an Firmen aus der Pharma-, Versicherungs- und Finanzbranche verkauft. Unter anderem auch an AWD. Dort trat dann ein angeblich unabhängiger auf, der sagte, dass man heutzutage einen “unabhängigen Finanzdienstleister” bräuchte. Genau das, war der Werbeslogan von AWD. Die breit geschaltete Werbung wird vielen noch im Gedächtnis sein. Der Spiegel Online berichtete damals.

Am 12. Januar 2011 hat der NDR eine ARD Exclusiv Reportage mit dem Titel “Der Drückerkönig und die Politik – Die schillernde Karriere des Carsten Maschmeyer” ausgestrahlt, in der die Seilschaften des Carsten Maschmeyer, seinerseits Gründer von AWD, zur Politik und seine Geschäfte beleuchtet wurden. Eine sehr interessante Reportage die aufzeigt, wie AWD arbeitet bzw. gearbeitet hat und wie es Herr Maschmeyer versteht bzw. verstand sich bzw. seine Firma so zu positionieren, dass sein Profit ab fiel. Scheinbar waren ihm die eingesetzten Mittel und Methoden dabei alles andere als egal. In der Sendung werden zwei ehemalige AWD Kunden vorgestellt, die große Verluste erlitten. Bei einer Dame ist die komplette Altersvorsorge flöten gegangen, da hoch spekulative Papiere verkauft wurden die der Dame nach eigenen Aussagen als “bombensicher” verkauft wurden. Erinnert uns das nicht ein wenig an die Finanzkrise und Lehman Brothers, die einer Dame ebenfalls ihre Altersvorsorge kostete? Scheint mir so, als ob das vor 5 bis 10 Jahren eine gängige Masche war. Continue reading ‘Hat AWD die Rürup- und Riester-Rente indirekt mitgeplant?’

“2030 – Aufstand der Jungen” – eine Doku-Fiktion im ZDF

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Im ZDF lief am 11. Januar die Dokumentationsfiktion “2030 – Aufstand der Jungen” (zu sehen in der Mediathek). Diese Fiktion im dokumentarischen Stil zeigt, was in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland eskalieren könnte, werden nicht frühzeitig die richtigen Entscheidungen getroffen. Auf heute.de wird der Film in Kombination mit Meinungen wie folgt zusammengefasst:

Filmemacher Jörg Lühdorff setzte sein düsteres, deutsches Zukunftsszenario als fiktive Reportage in Szene. Die Negativprognosen seines Werks – Bildungsarmut, Zweiklassenmedizin, leere Rentenkassen – haben bei vielen Usern ein tristes Gefühl erzeugt

Der dort auch genannte Vorwurf der Schwarzmalerei und, dass Übertrieben wurde, ist sicher teilweise gerechtfertigt, aber es ist eine Fiktion und keine Bestandsaufnahme. Diese Fiktion, das muss man auch dazu sagen, ist ziemlich gut gelungen. Sie greift die verschiedenen Probleme und Ängste unserer Zeit, vor allem der jungen Generation auf und denkt sie zu Ende. Sehr interessant gemacht, finde ich. Aber entmutigen lassen sollte man sich von so einer Fiktion nicht. Zumindest nicht, wenn man Vertrauen in unsere Demokratie hat. Viel Spaß beim Gucken!

Die acht Regeln des Erfolgs

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Viele Menschen fragen sich, warum sind manche Erfolgreich und andere nicht und was muss ich tun, damit ich erfolgreich bin? Natürlich hängt das auch davon ab was jeder einzelne unter Erfolg versteht. Für den einen bedeutet es nur reich zu werden. Für andere bedeutet es, etwas bedeutendes zu tun, zu erfinden oder anderen Menschen zu helfen. Richard St. John spricht auf ted.com über die acht Geheimnisse des Erfolgs (“8 secrets of success”):

Zum Thema warum manche Menschen Überflieger sind und andere nicht, gibt es ebenfalls ein interessantes Buch von Malcolm Gladwell: Überflieger: Warum manche Menschen erfolgreich sind – und andere nicht.

Continue reading ‘Die acht Regeln des Erfolgs’

Fachkräftemangel vs. Fehlende Bereitschaft Fachkräfte fest einzustellen

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Der nächste bitte!

Der nächste bitte! (Quelle: sxc.hu)

Oft hört man es, dass es in Deutschland einen enormen Fachkräftemangel gibt. Wir brauchen unbedingt gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland, sonst droht der deutschen Spitzenwirtschaft und -industrie in ein paar Jahren das Chaos.

In regelmäßigen Abständen werden diese Phrasen Behauptungen wiederholt. Aber wie ist denn die Wahrheit? Was für Fachkräfte werden denn gesucht? Der Mythos vom Studenten, der am besten unter Regelstudienzeit sein Studium abschließt, einen Notendurchschnitt von 1,x hat, mit einigen Jahren Berufserfahrung und dem Interesse der Welt, das er natürlich durch ein Auslandssemester unterstrichen hat, daher kommt. Er ist Kosmopolit, er ist offen und gutherzig, er ist widerstandsfähig und sehr gut in seinem Job. Er arbeitet mindestens 10 Stunden pro Tag und auch gerne mal am Wochenende. Er ist engagiert, hat Ehrenämter und ist mehr vom Typ “Macher”. Gleichzeitig ist er aber auch bereit nicht in einer leitenden Position, sondern in einer arbeitenden Position einzusteigen. Er ist immer häufiger eine sie. Die sich der Firma und weniger der Familie verpflichtet fühlt.
Das ist das, was Firmen suchen und entbehrt so bizarr jeder Realität. Wie soll er in einem straff durchgezogenen Studium Zeit gehabt haben, nebenbei etwas von der Welt zu sehen und seine Persönlichkeit weiter zu entwickeln? Geschweige denn für das spätere berufliche Umfeld Berufserfahrung sammeln?

Mehrere meiner Freunde haben einen Job gesucht und hatten Schwierigkeiten, obwohl sie einen passablen Abschluss hatten und ja angeblich Fachkräfte (vor allem Ingenieure) gesucht werden. Wo ist also das Problem? Fachkräfte scheinen ja da zu sein. Ich höre zumindest öfters von Bekannten die Schwierigkeiten haben eine geeignete Festanstellung zu finden. Da ist es, das Stichwort: Fest-An-Stellung. Continue reading ‘Fachkräftemangel vs. Fehlende Bereitschaft Fachkräfte fest einzustellen’

SVT2 zeigt Interview mit Julian Assange von Wikileaks

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Im schwedischen zweiten Fernsehen SVT2 wurde heute Abend ein Interview mit Julian Assange gezeigt, welcher öffentlich immer wieder für die umstrittene Wikileaks auftritt. Die online Plattform war zuletzt aufgefallen durch die Veröffentlichung von einer vielzahl von Geheimunterlagen des U.S.-Militärs.

Wikileaks wird immer wieder vorgeworfen durch die Veröffentlichung von geheimen Dokumenten wiederum unschuldige in Gefahr zu bringen und dadurch selbst Blut an den eigenen Händen zu haben. Die Pressekonferenzen die ich mit Assange sah, verliefen immer so, dass er kritischen Fragen von Journalisten aus dem Weg ging bzw. sie nicht beantwortete. Daher wundert mich dieses intensive Interview doch sehr.

Warum Studenten Freiräume brauchen bzw. der Bologna Prozess kontraproduktiv für die Kreativität ist

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EU Logo Bologna-Prozess

EU Logo Bologna-Prozess (Quelle: Wikipedia / Brian Ammon)

Ich erlebe es selbst oft, vor allem auf der Arbeit, dass die unstrukturierte Arbeitsweise von Studenten, die frei von Zeitgrenzen ist (man ist eben normal nicht morgens um 8 auf der Arbeit und geht um 18 Uhr) von Kollegen als merkwürdig empfunden wird. Dann heißt es immer wieder, der Student schafft nichts, steht morgens spät auf …
Natürlich alles nur halb ernst gemeint (und halb richtig), mit einem lächeln auf den Lippen – damit muss man im Büroalltag und als zukünftiger Akademiker umgehen können.

Warum jedoch gerade diese Freiräume so wichtig sind ist oft nicht klar. In einem Interview der ZEIT Online erklärt nun Psychotherapeut Rainer Holm-Hadulla (Universität Heidelberg) wieso gerade Freiräume, die Platz zum Denken schaffen, wichtig sind für die Kreativität und das eigenständige Denken von Studenten. Ein Studium soll eben nicht nur bloßer Wissenserwerb sein, ein Studium ist mehr, soll zum selbständigen, kreativen Denken anregen und dazu dienen, dass sich Studenten aus eigener Initiative mit dem Stoff beschäftigen. So funktioniert motiviertes Lernen am besten. Genau das wurde jedoch mit den Master- und Bachelor-Abschlüssen, die im Bologna-Prozess eingeführt wurden, abgeschafft. Wenig Freiräume, vor allem für Universitätsverhältnisse und straff durchorganisierte Stundenpläne sind zum Alltag geworden.

Der geneigte akademische Geist braucht Luft zum Atmen, damit er sich frei entfalten kann!

Rainer Holm-Hadulla sagt im ZEIT-Interview:

Für Studierende, die in der Lage sind, selbstgesteuert zu lernen und dies aus eigener Motivation heraus tun, ist die Überstrukturierung der neuen Studiengänge ein großes Problem. Es mangelt an Freiräumen zum Nachdenken und zum selbständigen Problemlösen. In der Kreativitätsforschung sind sich Neurobiologen, Psychologen und Kulturwissenschaftler einig: Optimale Resultate ergeben sich im Zusammenspiel aus freiem Denken ohne Vorgaben und strukturiertem Wissenserwerb. Insofern sind acht Stunden Pflichtprogramm kontraproduktiv. [...]

Ein Studium dient nicht nur dazu, Wissen zu erwerben, sondern soll auch zum selbständigen Denken befähigen und zur Neukombination erlernter Informationen. Alle Studien zeigen, dass kombinatorisches Denken am besten ohne Zeitdruck und äußere Ablenkungen funktioniert. Wenn sich jemand an einem verschlafenen Nachmittag in der Bibliothek durch ein Buch quält, und immer mal wieder aus dem Fenster schaut und seine Gedanken schweifen lässt, ist das keine verlorene Zeit, sondern von großer Bedeutung. Wenn wir ruhig, gelassen und ziellos nachdenken, sind ganz andere Hirnareale aktiv als wenn wir konzentriert denken. Diese Areale, die man Assoziationskortex nennt, sind ebenso wichtig wie die Areale, die beim konzentrierten Denken aktiv sind.

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Stiller Protest: Pädagogen an der TU gegen Strukturveränderungen durch den Präsidenten

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Seit einiger Zeit gibt es den Blog des FB 15 (Architektur) mit dem Titel L’université, c’est moi – Die Universität bin ich – die abgewandelten Worte des französischen Königs Ludwig XIV. (Sonnenkönig) – welcher über die Missstände und strukturellen Veränderungen an der TU Darmstadt berichtet.

Von diesen Strukturveränderungen ist auch der Fachbereich Pädagogik betroffen. Die Professorenstellen am Pädagogikinstitut sollen reduziert werden bzw. sind durch gewisse Umstände bereits auf nur noch etwa 3 Professoren reduziert. Dass damit keine ordentliche Lehre zu machen ist, kann sich jeder selbst ausmalen. Außerdem müsste nach meinen Informationen für Universitätsniveau eine Mindest-Professorenanzahl am FB vorhanden sein.

Vielleicht neigt nun der eine oder andere zu dem Gedanken “ach, Pädagogik ist nicht so wichtig”. Weit gefehlt … Pädagogik ist vielleicht als Einzel-Disziplin nicht so weit verbreitet wie Ingenieurswissenschaften, wird jedoch an der Universität für die gesamte Lehre (also bspw. zur Verbesserung der Lehre durch Hilfe für Professoren und Tutoren) und für die Lehre im Bereich der Lehramtsausbildung benötigt. Ist Sollte also in vielen Bereichen verwoben sein. Institutionen wie die Hochschuldidaktische Arbeitsstelle (HDA) leben von einer guten Pädagogik.

Demonstration des Paedagogikinstituts

Stille Demonstration des Pädagogikinstituts

Um gegen diese Missstände und Strukturveränderungen an der Universität, insbesondere am Pädagogikinstitut zu demonstrieren, hängt seit einigen Tagen in der Alexanderstraße, am Durchgang zur Mensa Stadtmitte bei der TU Darmstadt, das obige Banner: “Bedrohte Art: Pädagogik Institut”.

Nachtrag

Am 11. Mai rief der Fachbereich Architektur zur Demonstration in Wiesbaden auf, wofür er online DM-Scheine zur Verfügung stellte mit dem Spruch “Haste mal ne Mark?” und dem Kopf von Roland Koch (CDU) darauf. Mit dieser Aktion schafften sie es sogar bis auf die ARD Blickpunkt-Bilderseite.

 

Mai 2012
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