Umsatz der GEZ so hoch wie bei den 100 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland

Wäre die GEZ (die ab diesem Jahr ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice heißt) ein Unternehmen wie VW, Daimler oder die Deutsche Telekom, dann wäre es eines der größte Unternehmen (nach Umsatz) in Deutschland und würde im guten Mittelfeld liegen.

Seit diesem Jahr gibt es eine so genannte Haushaltsabgabe, Rundfunkbeitrag genannt. Man bezahlt also nicht mehr GEZ dafür, dass man ein “empfangsfähiges Gerät” vorhält, sondern jeder Haushalt muss bezahlen. Soweit erst mal nachvollziehbar und meiner Meinung nach auch sinnvoll. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten haben einen Bildungsauftrag. Vergleicht man das Fernsehprogramm von privaten Sendern wie z. Bsp. von RTL oder Sat.1 im Gegensatz zu ARD, ZDF, 3 SAT, Phoenix & Co, so wird schnell deutlich, dass der Informationsanteil sowohl was Politik und Gesellschaft angeht (investigativer Journalismus z. Bsp.) wesentlich höher und das Niveau wesentlich besser ist, als auf den privaten Sendern. Das gleiche gilt für Informationen bzgl. Forschung, Wissenschaft (Quarsk & Co, W wie Wissen, Abenteuer Forschung) und für Geschichte und Geographie (Terra X, Auslandsjournal, oder Dokus auf ZDF History).

Aber ich will hier keine pro und contra GEZ Debatte führen. Dass an der GEZ, der rechtlichen Aufstellung durch den Gesetzgeber bzw. die Art und Weise wie Gebühren (jetzt Beiträge) eingezogen werden etwas faul merkwürdig ist, ist inzwischen vielen klar geworden. Es fehlt sowohl an Transparenz gegenüber Einnahmen, Ausgaben und Verwertung der Gelder in der GEZ bzw. in den Rundfunkanstalten selbst so wie an einem angemessenen Beitrag. Ich bin gerne bereit für gutes Fernsehen zu zahlen. Aber der neue Beitrag der nun für jeden Haushalt ab 2013 gilt, egal ob man ein Empfangsgerät besitzt oder nicht, ist einfach zu hoch.

Dafür habe ich mir mal die Mühe gemacht und ein paar Zahlen rausgesucht.

Umsatz der GEZ in 2011: 7.533.000.000,00 € (rund 7,5 Mrd.)
Teilnehmerzahl 2011: 41.800.000 (41,8 Millionen)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/GEZ

private Haushalte 2011: 40.400.000 (rund: 40,4 Millionen, die nun gebührenpflichtig werden ab 2013, Quelle: Statistisches Bundesamt)
Multipliziert mit dem neuen Monatsbeitrag von 17,98 EUR: 726.392.000 EUR pro Monat (726,3 Millionen)
Jahresumsatz (multipliziert mit 12): 8.716.704.000 EUR pro Monat (8,7 Mrd.)

Nun wird man sich vielleicht noch denken (wenn man Politiker über Ressortausgaben und Steuereinnahmen, -höhen reden hört, dass knapp 9 Mrd. nicht sonderlich viel sind. Die GEZ agiert aber wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen, dass einen Rundfunkbeitrag einzieht , “Mitglied” ist automatisch jeder Haushalt. Der Beitrag ist faktisch eine Art Steuer, da sie jeder entrichten muss (zur Info: eine Steuer wird allgemein erhoben und kann beliebig verwendet werden, eine Gebühr wird für einen bestimmten Zweck erhoben und darf nur für den vorgeschriebenen Zweck verwendet werden).

Es liegt also nahe die 8,7 Mrd. EUR Umsatz des “Unternehmens” GEZ mit anderen Unternehmen zu vergleichen und dabei ergibt sich ein interessanter Vergleich, wie man über die Liste der größten deutschen Unternehmen nach Umsatz bei Wikipedia ablesen kann.

Die GEZ würde in der Liste dieser Unternehmen auf Platz 55 auftauchen mit 8,7 Mrd. EUR. Das ist etwas weniger als die Merck KGaA umsetzt (wie wir wissen, ein internaton agierendes Pharmaunternehmen aus Darmstadt) oder etwas mehr als Bilfinger Berger (ein in der Beratung und Entwicklung tätiges Immobilienunternehmen) oder Porsche.

Die GEZ muss sich als Unternehmen mit einer solchen Höhe genau so verhalten und man muss dieselben Maßstäbe ansetzen. Darüberhinaus muss man noch empfindlicher und penibler sein, denn genau wie bspw. das Bundesumweltministerium oder das Bundesministerium für Soziales hat die GEZ einen durch ein Gesetz legitimierten Staatsauftrag. Der Bund der Steuerzahler sollte in seinem Schwarzbuch auch über die GEZ schreiben. Kontrollmechanismen und -gremien sollten auch für die GEZ gelten und angelegt werden, so dass die Struktur verschlankt wird und die Gebühren gesenkt werden können.
Im Jahr 2011 hatt die GEZ einen Umsatz von 7,533 Mrd. EUR (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/GEZ). Wenn man diesen Betrag nur halten, nicht senken wollte, wäre ein Monatsbeitrag von 15,53 EUR (bei den oben veranschlagten 40,4 Millionen Haushalten) ausreichend. Das wäre also eine Gebührensenkung.
Das heißt im Umkehrschluss auch, dass die GEZ zum 01.01.2013 die Gebühren angehoben hat. Und zwar wenn man mal ausrechnet:
Differenz zwischen 2011 und meiner Rechnung: 8.716.704.000 – 7.533.000.000 = 1.183.704.000 EUR
1% von 7.533.000.000 = 75.330.000 EUR
Damit sind 1.183.704.000 EUR dann (1.183.704.000 / 75.330.000) = 15,71 %

Eine Steigerung um fast 1/6. Unverschämt oder was meint ihr?

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