Der Karlshof, wohl das bekannteste und größte Studentenwohnheim in Darmstadt, wurde vor einiger Zeit von außen saniert. Alte Isolierung wurde entfernt und die Gebäude wurden von außen farblich verschönert angepasst.
Nun kam mir zu Ohren, dass im Karlshof wohl noch eine Innensanierung ansteht. Dazu müssen natürlich die Zimmer frei sein, was das Studentenwerk zu einer Zwangsentmietung drängt. Das wird manchen Bewohnern des Karlshof gar nicht passen. Problematisch ist dabei jedoch auch der sowieso schon vorhandene Wohnungsmangel in Darmstadt. Die Mieten sind durch den Mangel bereits so hoch, dass man für eine kleine 30qm Wohnung mit guter Stadtlage ohne Probleme 400 bis 500 EUR warm bezahlen kann. Es gibt sogar einzelne WG-Zimmer die bei 20qm mit einem Preis von weit über 300 EUR, teilweise sogar über 400 EUR aufwarten.
Auch die Studenten in den anderen Wohnheimen in Darmstadt bekommen das Problem zu spüren. In der Alexanderstraße bekommen neue Mieter statt eines 7 Semester-Vertrages nur noch ein 3-Semester-Vertrag. Wie sinnvoll diese Maßnahme ist sei dahingestellt. Ob es sinnvoll ist für 1,5 Jahre in ein Studentenwohnheim zu ziehen ist ziemlich fraglich. Meiner Meinung nach führt das nur dazu, dass die Frequentierung der Zimmer erhöht wird und sich viele Studenten gleich etwas anderes suchen. Meiner Meinung nach, hätte sich die Situation auch nicht verändert, wenn man bei etwa 6 Semester-Mietverträgen geblieben wäre. Ob sich ein Student nun nach 1,5 Jahren eine neue Wohnung suchen muss oder von Anfang an in eine WG zieht und dort sein Studium lang wohnen bleibt ist im Prinzip egal. So oder so bleibt die Anzahl an Zimmern in Studentenwohnheimen gleich.
Es kann also nur eine feste Menge an Studenten mit Zimmern bedient werden und diese wird durch die nötige Renovierung im Karlshof drastisch gesengt. Da die Wohnungen sowieso schon knapp sind, stellt sich die Frage wieso das Studentenwerk kein neues Studentenwohnheim baut.
Laut Gerüchten war dies wohl geplant und hätte neben den Mietern aus dem Karlshof die zwangs entmietet werden müssen auch noch genügend Platz für zusätzliche Studenten geboten. Dazu kommt das Problem, dass die TU Darmstadt unter Präsident Prof. Prömel eine starke Imagekampagne fährt, die die TU als exzellente und perfekte Universität darstellt, was zusätzliche Studenten anzieht. Zusätzliche Studenten ist zunächst mal erfreulich, jedoch bietet Darmstadt momentan scheinbar nicht genügend Platz. Die Mieten sind erschreckend hoch und steigen noch weiter. In anderen Städten bezahlt man für 70qm eine Warm-Miete von 600 EUR. In Darmstadt undenkbar!
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