Ich war bisher eigentlich immer ein Fan der Energiesparlampe (offiziell Kompaktleuchtstofflampe), da ich zwar einen Unterschied vom Lichtspektrum bemerkte, aber damit gut leben konnte und dachte Geld zu sparen, durch den geringeren Verbrauch und die erhöhte Lebensdauer. Nun hörte man oft, dass die ja gar nicht so lange leben würden, vor allem, wenn man die Lampe oft an- und ausschaltet. Dann hörte ich, dass das gar nicht stimmt. Inzwischen bin ich etwas verwirrt, was denn nun richtig ist und was nicht.
Gerade eben sah ich einen interessanten Beitrag bei Spiegel TV (mit Video) über die Energiesparlampe und die Glühlampe (die meist Glühbirne genannt wird).
Dieser Beitrag nahm kritisch die bisher so hochgelobte und vor allem durch das EU-Verbot heiß diskutierte Energiesparlampe unter die Lupe.
Spiegel TV hat mehrere Energiespar- und Glühlampen in einem Institut einem Dauertest unterzogen mit zwei Gruppen. Eine Gruppe wurde etwa 15min eingeschaltet mit kurzen Pausen zwischen den Intervallen, die andere Gruppe wurde länger (glaube 45min) am Stück leuchten gelassen und das über mehrere Wochen. Das Ergebnis war lange nicht so gut, wie von Herstellern und Medien immer suggeriert wird. Die Energiesparlampe leuchtet länger, ja, aber lange nicht so viel länger wie erwartet. Dementsprechend ist die Geldersparnis auch geringer. In dem Test hat sich also bestätigt, dass die Energiesparlampe nicht so lange hält, wenn man sie oft kurz an- und ausschaltet.
Warum ist das Licht der Energiesparlampe so kalt?
Das hängt mit dem Lichtspektrum der Lampen zusammen. Licht ist nichts weiter als eine elektromagnetische Welle und besitzt ein Spektrum mit verschiedenen Wellenlängen für die Farben von violett über grün, gelb bis rot. Die Glühlampe erzeugt ein gleichmäßiges Lichtspektrum ohne “harte Übergänge” und durch den hohen rot- und gelb-Anteil entsteht für das Auge ein warmes und angenehmes Licht.
Das Lichtspektrum der Energiesparlampe hat ein wesentlich höheren Blau- und Grünanteil und damit unnatürlich wirkenderes Licht. Außerdem fällt auf dem folgenden Spektraldiagramm auf, dass das Spektrum abgehakt und nicht kontinuierlich und fließend ist, wie es bei der Glühlampe der Fall ist.
Dieser Mangel und ich denke man kann ihn durchaus als solchen bezeichnen, ist vielen nur indirekt bewusst. Den Menschen ist natürlich aufgefallen, dass das Licht der Sparlampen viel kälter wirkt und nicht so warm ist, wie das bisher gewohnte Licht.
Krankheiten und weitere Probleme
Es gibt einige Ärzte, die die Meinung vertreten, dass Sparlampen eventuell auf Dauer krank machen könnten. Wie weit das stimmt kann ich nicht beurteilen, mir leuchtet dieser Gedankengang jedoch ein. Wie ich schon ein mal beim Thema Sparlampen schrieb, wird schon seit Jahren Licht benutzt, um den Hormonhaushalt von Hühnern zu beeinflussen. So kann ein dem Sonnenlicht gegenüber unnatürliches Lichtspektrum Auswirkungen auf unseren Organismus haben. Bei Stiftung Ökotest sagt in einem Interview der Arzt Alexander Wunsch folgendes zu möglichen Risiken:
Eine Verteilung mit einem hohen Blauanteil, wie ihn die Energiesparlampen aufweisen, kann zu hormonellen Fehlreaktionen führen, die insbesondere mittel- und langfristig die Entstehung einer Reihe von Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Kreislauferkrankungen fördern.
Ein weiteres Problem ist die Entsorgung, über die ich im oben verlinkten Artikel ebenfalls berichtete. Ein großer Nachteil, den auch Stiftung Öko-Test negativ ankreidet, ist der (z. T. hohe) Quecksilber-Anteil der die Entsorgung quasi als Sondermüll nötig macht. Im Spiegel TV-Beitrag heißt es, dass man, wenn eine Sparlampe kaputt geht, die Umweltpolizei rufen müsste.
Alles in allem lässt das die Energiesparlampe natürlich in einem ganz anderen Licht erscheinen. Nach diesem Beitrag sehe ich die Sparlampe lange nicht mehr so positiv, wie bisher.
Erweiterung – 25.08.2009
Was viele Menschen nicht wissen ist, dass die Energiesparlampen auch für Elektrosmog verantwortlich sind. Durch ihre hohen Werte können sie andere Geräte stören und der Elektrosmog bedeutet laut Fachkundigen Stress für den Körper. So schreibt Telepolis in einem Beitrag vom 09.08.2007 bereits:
Die derzeit am Markt erhältlichen Energiesparlampen würden bedenkliche Werte hochfrequenter Strahlung aufweisen. Kurz verweist auf einen Test der Stiftung Warentest (Magazin1/2006). Dabei wurden nahezu alle gängigen Energie-Sparlampen getestet und erstmals neben technischen Kennwerten wie Lebensdauer; Schaltfestigkeit, Helligkeit usw. auch die hochfrequente elektromagnetische Strahlung gemessen. Fazit: Im Abstand von 30cm (z.B. Nachttisch- oder Schreibtischlampe) liegen alle untersuchten Lampen über dem TCO-Grenzwert für PC-Monitore (10 Volt pro Meter in 30 cm Abstand),der in Ermangelung eines eigenen Grenzwertes für Lampen herangezogen wurde.
Auch das österreichische Pendant zur deutschen Stiftung Warentest fand hohe Werte bei den getesteten Leuchtmitteln. In der eigenen Zeitschrift Konsument (Nr.3/2006) heißt es dazu:
Alle Energiesparlampen überschritten im Abstand von 0,3 Metern gemessen den TCO-Richtwert von 10 Volt pro Meter um das 2,5- bis 6,5-fache. Erst ab 1,5 Metern Abstand lagen alle Lampen unter diesem Wert. Zwar konnten bisher keine Gesundheitsrisiken nachgewiesen werden, aber genauso wenig ist belegt, dass keine bestehen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte Energiesparlampen nur in Wand- oder Deckenleuchten verwenden oder wenn ein Mindestabstand von etwa 1,5 Metern eingehalten wird.
Konsument 3/06Das Problem ist seit langem bekannt. So führte Wolfgang Maes, ein Baubiologe und Experte für Elektrosmog, bereits vor mehr als 10 Jahren Messungen durch und stellte dabei Werte “wie unter einer Hochspannungsleitung” fest. Seither hat es zwar Verbesserungen gegeben, aber seine jüngsten Erhebungen fallen auch noch nicht eben beruhigend aus. 2005 fand er bei Messungen (Öko-Test 3/2005) der elektrischen und magnetischen Feldstärke in 30cm Abstand zu Energiesparlampen immerhin noch bis zu 10- bis 20-fach höhere Werte, als laut TCO Norm für Bildschirme zugelassen sind. Experten wie Maes und Kurz stellen sich langsam die Frage, warum die Industrie in der Lage ist, komplizierte Computer so auszustatten, dass sie die Umwelt wenig belasten, “aber bei einer einfachen Lampe” das nicht gelingt.
Auch wenn man Elektrosmog nicht sieht und er scheinbar nichts tut, wie Radioaktivität, ist er dennoch vorhanden und schlecht für den Körper.
Quellen und weiterführende Artikel
Service: Wohnen und Garten – Energiesparlampen: für und wider @wdr.de
Wikipedia zum Thema Candela @de.wikipedia.org
Wikipedia zum Thema Lichtstärke @de.wikipedia.org
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