ePetition die Dritte – diesmal gegen ein Killerspielverbot

{lang: 'de'}

Langsam scheint sich das Erstellen und Mitzeichnen von elektronische Petitionen auf bundestag.de zu einer art “Volkssport” zu entwickeln. Gut, das ist ein wenig übertrieben, immerhin geht es um wichtige Themen. Nach der Petition gegen die Zensurinfrastruktur zum zensieren des Internets (wegen Kinderpornografie) und die Petition gegen die GEMA-Gebührenpolitik ist dies nun die dritte in den Medien diskutierte Petition.
Auch wenn es momentan modern zu sein scheint, sollte man selbstverständlich nicht alles, nur damit man wogegen sein kann, mitzeichnen was an ePetitionen momentan so auftaucht. Man sollte sich schon die Zeit nehmen und den entsprechenden Text zur Begründung zu lesen, sich etwas mit dem Thema befasst und eine eigene Meinung haben, um dann die Petition gezielt zu unterzeichnen oder dies zu unterlassen.

Die Innenministerkonferenz hat sich am 05. Juni 2009 auf einVerbot der so genannten “Killerspiele” (besser Action-Computerspiele) geeinigt. Die Petition beklagt nun zu recht, wie ich finde, dass dieses Verbot kontraproduktiv ist. Ein Grund ist unter anderem der Amoklauf von Winnenden dieses Jahres. Dass Amokläufe nicht durch Killerspiele zu begründen sind ist inzwischen eigentlich hinlänglich bekannt, wird aber scheinbar von der Regierung vehement ignoriert. Vielmehr möchte die Petition, dass man sich sinnvoll und zielgerichtet mit den Gründen und Ursachen von Amokläufe auseinandersetzt, anstatt einfach Spiele zu verbieten und, dass die vorhandenen Mittel zur Durchsetzung der FSK-Bewertungen auch genutzt werden. Es taucht nämlich immer wieder die Frage auf, wieso unter 18-jährige an Spiele kommen, die kein Jugendfreigabe erhalten haben.

Wie angesprochen, sind nach Meinungen mancher Experten, Killerspiele (zumindest alleine) nicht für Amokläufe verantwortlich. Vielmehr ergibt sich ein komplexes Bild, dass durch das Umfeld, die Beziehung zu Eltern, Schule und Freunden zu begründen ist. Amokläufer haben ganz andere Probleme als harte Musik und brutale Computerspiele. Sicherlich tun Spiele für Erwachsene bei unter 18-jährigen ihr übriges. Jedoch kann so ein Spiel nie alleine der Auslöser für einen Amoklauf sein. Es ist vielleicht ein Element in der Kette von vielen, welches das Fass zum Überlaufen bringt, aber nie der alleinige Grund. Vielmehr sollte man sich die Frage stellen, wenn so ein Spiel der Grund wäre: Wieso wissen Eltern nicht was ihre Kinder spielen? Wieso spielen Kinder solange Computer und schauen so viel Fernsehen? Warum wird von Eltern und Lehrern nicht erkannt, in welcher Situation der Schüler ist? Wieso gibt es so wenig oder gar keine Psychologen an Schulen, die die Kinder und Jugendlichen sinnvoll unterstützen?

Die Petition kann auf bundestag.de mitgezeichnet werden, wie golem.de berichtet. Vielleicht fragt sich die Bundesregierung diesmal, ob das wirkliche Anpacken von Problemen, das auf den Grund gehen von Ursachen vielleicht die bessere Lösung ist, als nur kosmetische Änderungen vorzunehmen, die letztlich nicht den Ausschlag geben.
Mal davon abgesehen, dass durch ein Verbot einerseits eine Subkultur kriminalisiert wird und andererseits die Spiele durch ihr Verbot noch einen größeren Reiz bekommen und dann aus dem Ausland organisiert werden.




Teile diese Seite:
  • Add to favorites
  • MisterWong
  • Yigg
  • Wikio
  • Netvibes
  • Google Bookmarks
  • Google Buzz
  • Digg
  • del.icio.us
  • Technorati
  • Facebook
  • Twitter
  • Slashdot
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • LinkedIn
  • NewsVine
  • Print
  • email

Verwandte Beiträge:

  1. ePetition gegen GEMA Gebührenpolitik
  2. ePetition für bessere Strahlenschutz-Standards endet am 11. September
  3. Kauft Led Zeppelins Stairway To Heaven – gegen DSDS Kommerz
  4. Stiller Protest: Pädagogen an der TU gegen Strukturveränderungen durch den Präsidenten

1 Response to “ePetition die Dritte – diesmal gegen ein Killerspielverbot”


Leave a Reply

*

 

Juli 2009
M D M D F S S
« Jun   Aug »
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  

Beste Bewertung

QR Code

qr code

QR code created by QR code Widget


Wikio - Top Blog
Blogverzeichnis - Blog Verzeichnis bloggerei.de
blogoscoop
BlogPingR.de - Blog Ping-Dienst, Blogmonitor
Creative Commons Lizenzvertrag