Monthly Archive for Juli, 2009

Echelon Überwachungsanlage in Griesheim, bei Darmstadt

Gerade eben bin ich über eine interessante Information gestoßen. Beim Lesen eines Beitrags bei netzpolitik.org dachte ich: “Hey, sowas in der art haben wir doch schon, da war doch diese Überwachungseinrichtung der US-Amerikaner. Wie hieß die noch?”. Nach kurzem stöbern fiel es mir wieder ein: Echelon.

Radome am August-Euler-Flugplatz

Radome am August-Euler-Flugplatz (Google Maps Bildschirmfoto)

Einst gebaut, um den Funkverkehr der Russen während des Kalten Kriegs abzuhören, wird es seit den Ereignissen vom 11. September 2001 unter anderem auch zur Terrorabwehr genutzt. Eigentlich sollte der Standort in Deutschland bei Bad Aibling 2001 geschlossen werden, blieb aber dann durch die Ereignisse vom 11. September noch einige Zeit bestehen. Im Jahr 2004 wurde der Standort dann aber endgültig geschlossen. Einige Mitarbeiter wurden nach Menwith Hill verlegt. Es wurden aber auch fünf neue Radome auf dem Darmstädter August-Euler-Flugplatz in Griesheim (von den US-Amerikanern “Dagger Complex” genannt) gebaut. Bei Google Maps sind die großen runden Kuppeln deutlich zu sehen.

Quellen und Weiterführende Artikel

Bleibt das Echelon-Lauschsystem Deutschland erhalten? @Telepolis
Truppenübungsplatz Griesheim (August-Euler-Flugplatz) @wikipedia
Radarkuppel @wikipedia

Bakterien sind gesund oder warum Desinfektionsmittel im Haushalt nichts verloren hat

Waschutensilien, die man vielleicht nicht braucht

Putzutensilien, die man vielleicht nicht braucht

Wir, die wir das Glück haben in einer westlichen Demokratie, in einem Industrieland mit hohen Standards zu Hause zu sein, leben meist zu sauber Was sich auf den ersten Blick wie ein Irrtum anhört, denn kann man “zu sauber” leben, ist auf den zweiten Blick eine wichtige Wahrheit die den meisten von uns nicht bewusst ist. In der Kindheit bereits durchleben wir nach der Freudschen Triebtheorie mehrere Phasen, unter anderem auch die so genannte Anale und Orale Phase. Wir beschäftigen uns mit uns, unserem Körper und unserer Umwelt. Durch unseren westlichen und sauberen Lebensstil werden wir oft von unseren Eltern in diesen Phasen angehalten und angelernt uns entsprechend sauber zu verhalten (“das macht man nicht” oder “nicht, das ist doch bäh”). Einerseits sinnvoll, weil wir lernen uns sauber und gesittet zu verhalten, ein Schutz vor Parasiten und Gefahren ist es andererseits in den westlichen Ländern oft ein übertriebener Sauberkeitswahn, der dem Körper mehr schadet als nutzt.

Wichtig zu wissen dabei ist zunächst, dass der menschliche Organismus Bakterien und Viren braucht. Direkt nach der Geburt beginnt ein Lernprozess. Unsere Abwehr lernt mit Viren umzugehen, erinnert sich an Viren die den Körper schon ein mal befallen hatten und baut somit einen Schutz gegen diese Viren auf. Deswegen kann der Körper, wenn wir von ein und demselben Virus noch ein mal befallen werden, meist sehr schnell reagieren, Antikörper produzieren und die Viren in Schach halten und vernichten.
Mit Bakterien verhält es sich ähnlich. Das bedeutet natürlich für unsere Kinder, dass wenn wir sie zu sauber halten, ihnen verbieten im Sandkasten oder im Dreck zu spielen, dem Körper die einmalige Chance nehmen eine gute und geeignete Abwehr aufzubauen um im späteren Alltag des Lebens und in Großstädten zu bestehen.
Viele Bakterien übernehmen sogar eine wichtige Funktion. So sind z. Bsp. Bakterien die auf unserer Haut leben ein erster Schutz gegen bösartige Fremdkörper. Viele gehen an dieser ersten Abwehrbarriere des Körpers bereits zugrunde.

Bakterien – vom Mutterleib zur Darmflora

Coli-Bakterien (Quelle: planet-schule.de)

Coli-Bakterien (Quelle: planet-schule.de)

In unserem Darm befinden sich unzählige, Millionen von Bakterien die sich dort direkt nach der Geburt eingenistet haben. Wenn wir im Mutterleib heranreifen ist unser Magen-Darm-System rein. Während eines natürlichen Geburtsvorganges, das heißt beim Pressen des Kindes durch den Geburtskanal, nimmt der Fötus automatisch Bakterien aus dem Scheidenbereich der Frau auf. Diese Bakterien wandern über den Rachenraum bis in den Darm und besiedeln ihn dort. So hat jeder Mensch eine eindeutige Bakterienflora im Darm. Ihre Zusammensetzung ist so individuell wie der menschliche Fingerabdruck. Das ist auch ein Punkt um sich gegen einen Kaiserschnitt zu entscheiden. Kinder die durch einen Kaiserschnitt geboren werden, müssen diese wichtigen Bakterien von außen zugeführt bekommen und zeigen oft in ihrem späteren Leben eher Anzeichen für Allergien.
Darmbakterien sind auch wichtig für die Verdauung, da sie in Symbiose mit uns leben. Sie bilden teilweise Vitamine (B12, Biotin) und verhindern (durch Konkurrenz), dass sich krankmachende Bakterien ansiedeln können.

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Lebensmittelimitate Teil drei – die Stellungnahme von Ditsch

Gerade eben habe ich über den Google-Cache (Indizierung vom: 07.07. 12:19:42 GMT) eine Stellungnahme der Fast-Food-Bäckerei Ditsch wieder gefunden. Dort erklärt Ditsch wieso es Analogkäse verwendet und, dass dies nur in einem einzigen Produkt zu 40% gemischt mit 60% echtem Käse geschieht. Soweit so gut. Jedoch schreibt Ditsch außerdem noch:

Die Fakten über „Analogkäse“
Daher zunächst eine kurze Erklärung zum Thema Analogkäse:
• Was ist „Analogkäse“?
Seinen Namen verdankt der „Analogkäse“ der Tatsache, dass er wie Käse aussieht und auch so schmeckt. Der einzige Unterschied liegt darin, dass bei seiner Herstellung anstatt von Milchfett zu einem gewissen Anteil Pflanzenfett verwendet wird. Dies ist vergleichbar mit der Herstellung von Butter und Margarine.

Das ist falsch! Der Vergleich zwischen Butter und Margarine hinkt. Dabei handelt es sich nämlich ausschließlich um Fett. Es stimmt soweit, dass Margarine aus pflanzlichem Fett besteht. Jedoch ist Butter oder Margarine auch nichts weiter als Fett und auch als Fett gedacht und so zu benutzen.
Käse hingegen ist nicht reines Fett sondern ein Milcherzeugnis. Guter Käser erfordert sogar viel Zeit und Handarbeit. Dabei werden in die aus der Milch gezogenen Stoffe Bakterien zugeführt, der Käse muss reifen, entwickelt Aroma und enthält wichtige Stoffe und Vitamine die aus der Milch kommen. All dies fehlt dem Analogkäse dem reinen Pflanzenfett als Ersatz dient und Milch ist im Normalfall auch absolut keine enthalten. Das Produkt ist also ein völlig anderes. Sowohl von Inhaltsstoffen, als auch vom Gebrauch her. Wie Käse hergestellt wird und das dort mehr gemacht wird, als nur Milchfett zu verarbeiten sieht man in einem Werbefilm der Molkerei Müritz auf YouTube.

Das einzige erfreuliche an der Nachricht: Ditsch hat seinen seinen Herstellungsprozess umgestellt und verwendet laut eigenen Ausssagen bereits seit 01. Juli 2009 keinen Analogkäse mehr.

Lebensmittelimitate Teil zwei

In meinem letzten Artikel vom 11. Juli schrieb ich über Analogkäse und Gel-Schinken, Imitate die nur vortäuschen das zu sein, wofür sie sich ausgeben. Mehr Schein als Sein.
Es gibt jedoch noch viel mehr Lebensmittel die mit Imitaten, Ersatzstoffen, Aromastoffen und anderen Tricks gestreckt oder verändert wurden, um das Lebensmittel so günstig wie möglich anzubieten. Wie schon im letzten Artikel erwähnt, ist das auch indirekt eine Folge der sehr günstigen Lebensmittelpreise in Deutschland (im Europavergleich) und dem Kaufverhalten der Kunden.

Die Verbraucherzentrale Hamburg schreibt:

Denn nicht nur mit „Analogkäse“ und „Schinkenimitaten“ müssen die Konsumenten rechnen, sondern auch mit gestrecktem Pesto oder Schokoladenkeksen ohne Schokolade. Und das nicht nur bei den Billigmarken, sondern auch bei teureren Markenartikeln. Die Befürchtung der Verbraucherzentrale: Durch das Absenken der Standards kann allgemein die Qualität sinken. Lassen Sie daher Produkte im Regal liegen, die Echtes vortäuschen. Wenn Sie sich über weitere Produkte geärgert haben: Bitte schicken Sie uns eine E-Mail: ernaehrung@vzhh.de

fermentierte Vanilleschote

fermentierte Vanilleschoten - B. Navez (Lizenz: auf das Bild klicken)

Ein gutes Beispiel für einen weit verbreiteten Imitatstoff, den wir inzwischen wie selbstverständlich kaufen ist Vanillinzucker. Eigentlich geht es um Vanille, dem Stoff aus der Vanilleschote. Die Vanilleschote ist die Frucht einer Pflanze aus der Gattung der Orchideen. Vanillin ist das der echten Vanille nachempfundene Aroma aus dem Labor. Kaufen wir z. Bsp. Vanillezucker Vanillinzucker in Tüten für einen Kuchen, so handelt es sich um mit Vanillin-Aroma versetzten Zucker.
Tipp: Besser ein oder zwei einzelne Vanilleschoten kaufen, diese halbieren und in ein kleines Glas mit Zucker stecken und einige Zeit stehen lassen. Der Zucker nimmt das Aroma an und schmeckt viel intensiver. Außerdem halten die Schoten im Glas so lange, dass es viel günstiger ist, als Vanillinzucker zu kaufen.

Andere Imitate sind wesentlich unappetitlicher. Ich hörte z. Bsp. auf der Seite der Verbraucherzentrale Hamburg zum ersten mal von Schokoladenersatz. Da ist keine Kakaobohne drin oder Kakaobutter wie in richtiger Schokolade, sondern irgendwelche Kakaoersatzstoffe und Pflanzenfett. Continue reading ‘Lebensmittelimitate Teil zwei’

Analog-Käse und Gelatine-Schinken

Viele Verbraucher haben es in den letzten Wochen in den Medien gehört, Analog-Käse ist im Umlauf. Nun ist vor kurzem auch zu hören, dass künstlicher, so genannter Gel-Schinken die Runde macht.

Beide sind im Labor ausgetüftelte und billig hergestellte Imitate, die mit dem eigentlichen Lebensmittel nichts mehr zu tun haben. Gut für die Industrie, billig für die Gastronomie und schlecht für den Verbraucher. Die Lebensmittel sind nicht gesundheitsschädlich, jedoch fehlt ihnen nahezu jeder gute Nährstoff wie z. Bsp. Vitamine oder sonst enthaltene Spurenelemente. Der Analog-Käse z. Bsp. besteht nur aus pflanzlichem (statt tierischem) Eiweiß und ist mit einigen Aromen und etwas Farbstoff (Betakarotin) versetzt, so dass er aussieht wie richtiger Käse und ihm im Geschmack ähnelt. Mit dem Milcherzeugnis hat er jedoch nichts zu tun.
Gleiches gilt für das Schinkenimitat. Von Kochschinken keine Spur. Reine Gelee-Masse mit einigen Fleisch- und Fettstückchen gefüllt wird er als Schinkenersatz verkauft.

Das Problem bei der Sache ist nicht, dass es gesundheitsschädlich wäre und vom Markt muss. Das Problem ist, dass die Verbraucher nicht an der Nase herumgeführt werden wollen und man etwas vorgesetzt bekommt, was es gar nicht ist. Ein weiteres Problem ist, dass sich beide Produkte oft (um günstig herstellen zu können) in der Lebensmittelproduktion wiederfinden. So wird beim Bäcker gerne auch Käsebrötchen mit überbackenem Analog-Käse verkauft ohne dabei den Verbraucher in Kenntnis zu setzen. Oder das Schinkenimitat kommt dann als Kochschinken auf die Pizza – von Transparenz für den Kunden keine Spur.
Um der Transparenz ein wenig auf die Sprünge zu helfen hat die Verbraucherzentrale Hamburg eine kleine Liste mit Nepp-Käseprodukten (PDF) ins Netz gestellt. Interessanterweise befindet sich darunter auch ein Produkt der bekannten Kette Ditsch.

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ePetition die Dritte – diesmal gegen ein Killerspielverbot

Langsam scheint sich das Erstellen und Mitzeichnen von elektronische Petitionen auf bundestag.de zu einer art “Volkssport” zu entwickeln. Gut, das ist ein wenig übertrieben, immerhin geht es um wichtige Themen. Nach der Petition gegen die Zensurinfrastruktur zum zensieren des Internets (wegen Kinderpornografie) und die Petition gegen die GEMA-Gebührenpolitik ist dies nun die dritte in den Medien diskutierte Petition.
Auch wenn es momentan modern zu sein scheint, sollte man selbstverständlich nicht alles, nur damit man wogegen sein kann, mitzeichnen was an ePetitionen momentan so auftaucht. Man sollte sich schon die Zeit nehmen und den entsprechenden Text zur Begründung zu lesen, sich etwas mit dem Thema befasst und eine eigene Meinung haben, um dann die Petition gezielt zu unterzeichnen oder dies zu unterlassen.

Die Innenministerkonferenz hat sich am 05. Juni 2009 auf einVerbot der so genannten “Killerspiele” (besser Action-Computerspiele) geeinigt. Die Petition beklagt nun zu recht, wie ich finde, dass dieses Verbot kontraproduktiv ist. Ein Grund ist unter anderem der Amoklauf von Winnenden dieses Jahres. Dass Amokläufe nicht durch Killerspiele zu begründen sind ist inzwischen eigentlich hinlänglich bekannt, wird aber scheinbar von der Regierung vehement ignoriert. Vielmehr möchte die Petition, dass man sich sinnvoll und zielgerichtet mit den Gründen und Ursachen von Amokläufe auseinandersetzt, anstatt einfach Spiele zu verbieten und, dass die vorhandenen Mittel zur Durchsetzung der FSK-Bewertungen auch genutzt werden. Es taucht nämlich immer wieder die Frage auf, wieso unter 18-jährige an Spiele kommen, die kein Jugendfreigabe erhalten haben.

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Zahnzusatzversicherungen im Überblick

Gebissrekonstruktion - Dr. Martin Schweppe (Wikimedia Commons)

Gebissrekonstruktion - Dr. Martin Schweppe (Wikimedia Commons)

Seit längerem suche ich schon nach einer Zahnzusatzversicherung für mich, die nicht den Hauptaugenmerk auf Implantate und Inlays legt, sondern auch auf Professionelle Zahnreinigung, Kunststofffüllungen und dergleichen voll oder z. T. übernimmt.

Heute hatte ich einen Kontrolltermin beim Zahnarzt, welcher einen Ausdruck mit einer Übersicht von Versicherern von zahnzusatzversicherung-experten.de bei sich ausgelegt hatte. Dort ist genau aufgelistet welche Behandlungen und zu wie viel Prozent der Versicherer zu welchem Monatspreis übernimmt.

Dort sind auch Versicherungen aufgeführt die einen hohen Wert auf Prophylaxe legen und z. Bsp. eine PZR komplett bezahlen. Zahnzusatzversicherungen sind nicht unbedingt günstig, jedoch wartet der Testsieger der Stiftung Warentest aus dem Heft 12/2008 mit einem Monatspreis von 17,46 EUR (männliche Person, 30 Jahre – Stand bei Veröffentlichung des Artikels) auf und bezahlt dabei mehrere Leistungen zu 100% und Implantate und Inlays zu mindestens 80%. Das ist schon erstaunlich! Viele Versicherungen verlangen bei geringeren Leistungen (momentan ist die CSS die Versicherung in dem oben genannten Tarif mit den besten Leistungen) fast genau soviel Monatsbeitrag, manche liegen sogar noch deutlich darüber!