Konaktiva 2009 Tag 1 – Erste Eindrücke

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Ab heute beginnt wieder die diesjährige Konaktiva. Ich war dort und möchte meine ersten Eindrücke festhalten. Ich war dieses Jahr zum ersten mal dort. Die Atmosphäre ist, ähnlich wie man es sich vorstellt – messeartig. Man kommt ins Darmstadtium (welches von innen interessanter als von außen wirkt)  rein, geht in der Mitte die Treppe hinauf und steht in einem großen Saal, dessen Größe man nicht erfassen kann, da in mehreren Reihen die jeweils wenige Meter breiten Stände der verschiedenen Unternehmen aufgebaut sind. Jeder Stand hat eine Nummer. Die Konaktiva geht insgesamt drei Tage und wer nicht nur durchschlendern und Tüten, Kugelschreiber oder Schlüsselbänder abstauben, sondern sich wirklich informieren möchte, der sollte etwas Zeit mitbringen und vorher schon etwas Zeit investiert haben. Dazu nimmt man sich am besten den Katalog zur Hand und schaut sich die verschiedenen Firmen an. Es gibt viele Firmen im IT-Bereich oder welche, die unter anderem auch Stellenangebote im Bereich Informatik haben. Da gibt es die klassischen IT-Firmen, welche im Bereich Consulting (Beratung), Finance und Systementwicklung aktiv sind, aber auch die Firmen aus anderen Bereichen wie Pharmazie, Medizintechnik (Naturwissenschaften, aber auch Bioinformatik) und Entwicklung im Bereich Maschinenbau, Anlagenbau und Energietechnik (also eher für die Ingenieure interessant).

Grundsätzlich sind mir zwei unterschiedliche Wünsche von Bewerbungen aufgefallen. Während die einen eher darauf bedacht sind konkrete Stellenangebote zu vermitteln und konkrete Absolventen suchen, weisen die anderen daraufhin, dass viele Stellen erst gar nicht ausgeschrieben würden, weil sie viele Initiativbewerbungen erhalten und die Stellen dann direkt ohne Veröffentlichung besetzen. Andere Firmen hingegen weisen darauf hin, dass sie Initiativbewerbungen ablehnen und die Leute auf ihre Job-Webseiten verweisen, weil es einfach zu viele sind. Eine Firma habe ich auch gesehen die in manchen Bereichen gar keine Jobs anzubieten hatten, aber schließlich ist so eine Messe zur Information und für das Image ebenfalls eine gute Wahl und sicherlich kein verschenktes Geld.

Grundsätzlich findet man auf der Konaktiva eher die größeren Unternehmen bzw. solche, die sich z. Bsp. durch sehr gute Nischenprodukte einen Namen gemacht haben. Kleinere lokale Unternehmen die sich im Mitarbeiterbereich unter 250 oder 500 bewegen sind zumeist nicht vertreten. Also wer in den gehobenen Mittelstand und in die Industrie möchte, der ist auf der Konaktiva genau richtig, so ist sie doch im Großen eine Messe für Hochschulabsolventen.

Eigentlich ging ich mit dem Ziel dahin, etwas durchzuschlendern, mit konkret die vorher rausgesuchten Pharmazie- und Biotech-Firmen anzuschauen und mir einige Informationen zu holen. Diese Erwartung hat sich erfüllt und ich habe vielleicht sogar mal meinen zukünftigen Arbeitgeber gefunden, welcher Stellenangebote hat, die sich anhören wie für mich geschrieben.
Ich war auf jeden Fall nicht erpicht Kugelschreiber, Tüten, Mauspads, Tassen und Schlüsselbänder einzupacken, so wie manch einer. Dann bekam ich jedoch trotzdem bei einem Beratungsunternehmen im IT-Bereich beim Vorbeilaufen eine Tüte in die Hand gedrückt, was der erste Aufhänger war. Danach kam direkt die Frage von einem netten Herrn, natürlich in Anzug, glattrasiert und mit einem Lächeln im Gesicht:  “Darf ich fragen, was Sie studieren?”. Nachdem ich mich als Informatikstudent zu erkennen gegeben hatte, wurde ich mit einigen freudigen Worten weiter empfangen und meine Tüte wurde “gepimpt” mit einem Schreibbuch, einem Kugelschreiber und einem 2 GB High-Speed-USB Stick, der angeblich sogar wasserdicht sein soll.
Das ist natürlich Strategie. Dient es nicht nur als Aufhänger für das erste Ansprechen von mehr oder weniger interessanten Leuten, sondern auch um potentiellen Bewerbern zu schmeicheln. Wer empfindet es schließlich nicht als schmeichelhaft, wenn auf Ansage des Studiengangs die Tüte mit weiteren Artikeln und etwas Technik aufgewertet wird. Eine ausgeklügelte Strategie – sie funktioniert!

Des Weiteren ist mir noch aufgefallen, dass größere Firmen, die ja auch immer darauf bedacht sind ein gewisses Image zu vermitteln, sehr viel Wert darauf legen, dass ihre Ansprechpartner vor Ort nicht nur (selbstverständlich) ein gepflegtes Äußeres haben, sondern auch irgendwie den Flair ihrer Firma vermitteln. Dresscode, das heißt Anzug mit Krawatte ist daher für alle Männer pflicht. Außerdem gibt es die eher ruhigeren Leute, die einen eher steifen Eindruck machen. Bei einer großen Pharmaziefirma war ich sogar mit einem jungen Mann im Gespräch, der es nicht ein mal fertig brachte ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich hatte fast das Gefühl er hätte Rückenschmerzen.
An anderen Ständen wurde höflich, aber mit Distanz gelächelt, es war eine gewisse Ruhe und Ausstrahlung vorhanden. So wie sie bei großen Firmen von den modernen Empfangshallen, mit kleinem plätscherndem Brunnen, viel Marmor, viel Platz und Raum ausgestrahlt wird. Diese Sterilität die manchmal von solchen Räumen ausgeht kam natürlich durch den heute Nachmittag enormen Besucherandrang und die Enge nicht auf.

Alles in allem kann ich für mich und meine Interessen sagen, dass sie voll zufrieden gestellt wurden. So hat man bei den Firmen schon ein mal einen ersten Kontakt in der Tüte.
Außerdem ist vielleicht noch wichtig zu erwähnen, dass die Leute, die sich für ein Einzelgespräch (natürlich mit Lebenslauf) beworben haben, auch gleichzeitig einen Anzug am besten mit Krawatte pflicht sein sollte. Schließlich ist der erste Eindruck das Aushängeschild das man mit in den Raum trägt. Dazu gibts in der gedruckten Form des Katalogs ebenfalls einige Hinweise und Tipps. Beim lockeren Anfragen und Informieren an den Ständen sollte man natürlich entsprechend ordentlich daher kommen. Da reichen aber Hemd oder gut aussehender Pullover. Viel wichtiger ist vielleicht ein Lächeln, Redegewandheit und etwas Charme. Charme ist immerhin doch ein Türöffner und Eisbrecher im Gespräch.
Ein faux pas hingegen ist es sicherlich, wenn die meisten auch so gelassen sind dies nicht weiter mit Aufmerksamkeit zu würdigen, wenn sich gerade zwei Damen mit einer Dame von einem Stand unterhalten und ein junger Student in lässigen Klamotten daher kommt, zwischen den beiden Damen hindurch zum Stand greift, um sich einen Kugelschreiber zu nehmen. Mir fiel eine kleine Gruppe von drei Personen auf, wo alle drei hintereinander jeweils zwischen den Gesprächspartner hindurch griff, um sich einen Kugelschreiber zu nehmen. Das macht natürlich keinen guten Eindruck!

Vielleicht morgen mehr, am 2. Tag, sofern ich dort noch für mich interessante Firmen finde.
Schreibt mir Eure Erfahrungen. Warst Du auch dort? Was war dein Eindruck? Warst Du im Einzelgespräch mit einer Firma? Was wurdest Du gefragt? Teile deine Eindrücke mit anderen und gib Tipps!

Nachtrag 07.05.

Auf der Webseite des Podcasts des Radios Audiomax der TU-Darmstadt gibt es ein Interview mit Informationen zur Konaktiva zum Runterladen.

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