Opferbilder dank sozialen Netzwerken – bildblog ermittelt

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Wie unprofessionell und gewissenlos manche Zeitungen, allen voran die mit den vier Buchstaben berichten, kann der geneigte Leser seit einiger Zeit auf bildblog.de nachlesen. Seit einigen Tagen berichtet bildblog.de auch über andere Medien. Mit ihrem sehr guten und wissenschaftlichem Stil, mit Weitblick und ohne vorzuverurteilen greifen sie Meldungen auf und beleuchten diese entsprechend kritisch, wie es sich eigentlich für guten Journalismus gehören sollte.

Nun ist es zum wiederholten male passiert, dass sich große (vor allem Boulevardmedien, allen voran wieder die Zeitung mit den vier großen Buchstaben) ein Bild aus dem Internet “gemopst” haben.
Es ist jemand umgekommen? Opfer? Täter? Wie, wir haben keine Bilder? Na dann schauen wir doch mal bei studivz, facebook, schülervz, kwick“.

Erst beim Fall von Winnenden und nun beim Mord einer Familie in Eislingen (Baden-Württemberg). Die Medien berichteten. Hier hatten die Medien keine Bilder zur Verfügung. Da die Leser dieser Boulevardmedien jedoch gerne reißerische Berichte mit Bildern versehen lesen (mehr Bilder, weniger Text) müssen also Bilder her. Diese werden dann kurzerhand aus Online-Medien wie Sozialen-Netzwerken “entwendet”. Von Opfer- bzw. Täterschutz, Unschuldsvermutung und dem Recht auf das eigene Bild bzw. die Rechte des Fotografen wird hier keine Rücksicht genommen. Da drängt sich mir die Vermutung auf, dass es eine eiskalt kalkulierte Masche ist. Denn wie wahrscheinlich ist es, dass jemand klagt? Falls sich doch jemand beschwert: Wie wahrscheinlich ist es dann, dass ein hoher Geldbetrag gezahlt werden muss bzw. wie hoch könnte die Strafe ausfallen? Vermutlich geringer als der Erlös, durch die Erhöhung der Auflage.

Ein klares Zeichen dafür, dass man vorsichtig mit seinem Eigentum im Internet umgehen muss. Das Internet ist zwar kein rechtsfreier Raum, aber sind erst einmal Bilder oder andere Medien im Internet veröffentlicht, haben viele Leute (mehr oder weniger) uneingeschränkt Zugang und können sich leicht bedienen. Sind die Medien erst verwendet und der Schaden angerichtet, wird es schwierig diesen zu begrenzen.

Fall Eislingen: Fotos: studivz.de, privat @bildblog.de
Fall Winnenden: Auf Opfer kann “Bild” keine Rücksicht nehmen @bildblog.de
Fall Winnenden: Die Amok-Opfer der “Bild am Sonntag” @bildblog.de
Panorama: Raubzug im Internet – wie Medien Privatfotos stehlen

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