Lesen! mit Elke Heidenreich im Netz

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Zuletzt, fast jeder hat es mitbekommen, hatte sich Elke Heidenreich (nach der Kritik von Marcel Reich Ranicki am deutschen Fernsehen) mit dem ZDF “gestritten”. Sie sagte in etwa, dass es ihr peinlich sei beim ZDF eine Sendung zu haben und daraufhin wurde sie kurzerhand abgesetzt. Da sie sich natürlich ihre hervorragende Literatursendung “Lesen!” nicht nehmen lässt, hat sie sie kurzerhand in die kölner Kneipe “Backes” verlegt.

Die Sendungen werden aufgezeichnet und dann im Internet bei litcolony.de zur Verfügung gestellt. Am

Bildschirmfoto des litColony Logos

Bildschirmfoto des litColony Logos

28.11.2008 fand die erste Sendung im Backes statt und am 16.12. die zweite mit Richard David Precht. Der Philosoph, Schriftsteller und Essayist hat zuletzt das momentan sehr erfolgreiche Buch “Wer bin ich – und wenn ja wie viele?” geschrieben. Heidenreich unterhält sich mit ihm, wie mit jedem Gast, über ein für ihn prägendes Buch, über seine bisherigen Werke und das, an dem er gerade schreibt.

Precht erzählt auch kurz über die Problematik, dass große Köpfe unserer Gesellschaft (Wissenschaftler, Professoren, …) oft sich nur unter ihresgleichen bewegen und auch wissenschaftliche Erkenntnisse (wissenschaftliche Berichte) nicht an die Öffentlichkeit dringen. Er konstatierte, dass sie sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung entziehen. Ebenso stellt er fest, dass sich (Hochschul)Philosophen nicht gerade glücklich mit seinem Buch zeigen. Es wäre eine art “ausplaudern” von dem, was im kleinen Kreis unter Akademikern z. Bsp. an Universitäten gesprochen wird. Ich vermute mal, dass ihm auch eine art unwissenschaftliche Philosophie für die breite Masse unterstellt wird.

Ich habe sein Buch gelesen und kann nur sagen, dass es ein sehr intelligentes und gutes Buch ist. Gut und verständlich geschrieben und eine schöne wie sinnvolle (weil nicht lineare) Einführung in die Geschichte der Philosophie. Nicht rückwärtsgewand, sondern nach vorne blickend (wie er in seinem Buch auch darlegt).

Die Sendung ist in einem etwas anderem Format wie früher, schon alleine weil sie in einer Kneipe gedreht wird, jedoch kann sie sehr wohl an die zurückliegenden Sendungen beim ZDF anknüpfen. Ob Heidenreich damit allerdings einen großteil ihrer bisherigen Hörerschaft vom Fernsehen erreicht, ist fraglich. Auf jeden Fall hat sie für das Internet gute Einschaltquoten genügend Klicks.

Update 12.07.2009

Nach mehreren Sendungen, unter anderem auch einer mit Sänger Campino von den Toten Hosen vom November 2008, welcher der Neffe von Elke Heidenreich ist, hat sie sich dazu entschieden das Format zu ändern. Bisher waren es immer ca. 20 Minuten, ähnlich wie im Fernsehen. Das Internet hat andere Gesetze, ist schnelllebiger und erfordert daher ein anderes Format. Die Leute wollen kleine, kurze Häppchen, die sie auch mal schnell zwischendurch schauen können. Deswegen gibt es nun bereits in der 11. Folge “Lesen!” mit Elke Heidenreich jede Woche ein mal mit nur noch 5 Minuten und einer Buchvorstellung. Somit wird man auch nicht erschlagen von der Menge an Büchern.
Die Sendungen liegen alle bei YouTube und können somit über LitColony, aber auch direkt über YouTube angeschaut werden.

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