Was ist eine Schlafapnoe? Apnoe kommt aus dem Griechischen und steht für die Atemlosigkeit und wird “Apnoë” nicht “Apnö” gesprochen! Bei einer Schlafapnoe ist nachts (meistens bedingt durch eine von zwei unterschiedliche Ursachen) das korrekte Atmen gestört. Die erkrankten Personen haben oft Atemaussetzer von 15 Sekunden bis hin zu mehreren Minuten. Die offizielle Bezeichnung ist SAS – Schlafapnoe-Syndrom.
Durch die Atemaussetzer wird der Körper in einen Notzustand versetzt, es droht Erstickungsgefahr und ausgelöst durch das Gehirn wird der Körper wachgerüttelt. Die Schlafenden merken davon meist nichts, weil sie fest schlafen und das Gehirn den Körper nur dazu veranlasst sich zu drehen oder zu bewegen. Dadurch wird das Gewebe im Gaumenbereich bzw. allgemein die Lage des Körpers und damit auch der Zunge verändert und die Atmung wieder aktiviert. Jedoch stören diese immer wieder nachts auftretenden Unterbrechungen des Schlafs die Erholung enorm. Der Körper kann nicht, wie normal üblich, in den nötigen Tiefschlafphasen verweilen.
Es gibt grundsätzlich zwei unterschiedliche Arten von Apnoe:
- einmal die Art, bei der die Patienten normalerweise Schnarchen. Das Muskelgewebe im Rachenraum (Gaumen und Umgebung) erschlafft, der Zungengrund fällt nach hinten und der Luftkanal zur Luftröhre ist versperrt. Es kommt zu Atemaussetzern. Oft auch bedingt durch Adipositas (Fettleibigkeit). Diese Form nennt man Obstruktives SAS.
- Durch eine Fehlreaktion im Schlafzentrum des Gehirns kommt kein Impuls an die Lunge und das Zwerchfell worauf hin diese ihre Arbeit einstellen. Es kommt zum Atemaussetzer und damit zur Apnoe. Diese Form heißt Zentrales SAS.
- Eine dritte Form ist eine Mischform aus dem Zentralen und dem Obstruktiven SAS, wobei beide zu ungleichen Teilen an der Apnoe beteiligt sein können.
Grundsätzlich gilt: nicht jeder, der eine Schlafapnoe hat muss gezwungenermaßen Schnarchen (Zentrales SAS). Und nicht jeder Schnarcher (oft nur regelmäßig, selten und leise) muss gleich an einer Schlafapnoe leiden.
Symptome
Da das Schlafen einen zentralen Punkt im Leben und im Aufrechterhalten der Körperfunktionen einnimmt, sind Störungen im Schlaf ernst zu nehmen. Sie können schwerwiegende Folgen nach sich ziehen, den Körper schädigen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Hier einige Symptome die durch die Schlafapnoe ausgelöst werden können (teilweise durch den Sauerstoffmangel bedingt):
- Bluthochdruck
- Depression (bzw. depressive Verstimmungen), bedrückende Träume
- Persönlichkeitsveränderungen (oft durch die betroffenen selbst nicht bemerkt)
- Kopfschmerzen bzw. morgendlicher Kopfdruck
- morgens starke Müdigkeit, sich wie gerädert fühlen
- Libidoverlust
- (starkes / lautes) Schnarchen
- unruhigen Schlaf, häufiges Aufwachen und Nachtschweiß
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Müdigkeit tagsüber, leichte Reizbarkeit
- erhöhtes Herzinfarktrisiko
- erhöhtes Schlaganfallrisiko
Die Palette ist lang und beinhaltet ernsthafte Probleme. Es müssen niemals alle Symptome gleichzeitig auftreten; oft treten verschiedene Kombinationen von Symptomen auf, je nach Patient. Um sich bei Verdacht entsprechend untersuchen zu lassen und eine geeignete Diagnose zu bekommen sollte man sich mit seinem Hausarzt in Verbindung setzen und sich eine Überweisung zu einem Spezialisten (bspw. HNO-Arzt, besser bei einem speziellen Lungenarzt, aber in jedem Fall bei einem für Lungen- und Schlafkrankheiten ausgewiesenen Spezialisten) geben lassen. Hat man Zweifel an der Diagnose oder der Glaubwürdigkeit des Arztes, sollte man sich eine zweite Meinung einholen. Im Normalfall bekommt man, um erst ein mal festzustellen ob Atemaussetzer vorhanden sind, ein mobiles Gerät mit nach Hause, dass den Sauerstoffgehalt im Blut (O2) feststellt und die Atmung überwacht. Werden Atemaussetzer festgestellt kann eine weitere Untersuchung folgen. Oft zum Beispiel in einem Schlaflabor.
Nur die Schnarchgeräusche an sich zu behandeln ist wenig sinnvoll. Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass eine Gaumenplastik (hochnähen des Gaumensegels samt Zäpfchen ) nicht ratsam ist. Ich habe diese machen lassen und das Ergebnis war nicht besonders gut und nicht von langer Dauer. Außerdem hatte ich im Nachhinein das Gefühl nicht gut genug aufgeklärt zu sein, vor allem wenn ich jetzt die Zusammenhänge und Symptome lese. Einige Zeit nach der OP las ich in einem gut zusammengefassten Artikel (damals in der Hörzu), dass eine Gaumenplastik eigentlich nicht mehr durchgeführt würde, da der Erfolg oft nicht gegeben ist.
Um festzustellen ob ein Problem mit dem nächtlichen Schlaf vorliegt ist der Epworth Sleepiness Scale hilfreich. Ein Fragebogen (s. Quellen unten) anhand dessen man selbst einschätzen kann ob Schlafprobleme vorliegen. Die genaue Ursache muss trotzdem von einem Spezialisten untersucht werden.
Eine Ursache für Schnarchen kann neben der Adipositas auch vergrößerte Mandeln, wucherndes Gewebe oder eine schiefe Nasenscheidewand sein. Wie die schiefe Scheidewand der Nase kann man auch Mandeln operieren. Auch wenn die Mandeln normalerweise nur bei heftiger und wiederkehrender Entzündung entfernt werden (sollen). Sie sind unter anderem als lymphatisches Gewebe ein Teil des Immunsystems.
Eine häufige Therapie ist der Einsatz von Atemmasken. Dadurch wird z. Bsp. mit Druck Luft in den Rachenraum und die Atemwege gepresst wodurch diese frei werden und die Atmung gewährleistet ist. Diese Geräte sollen eine gute Abhilfe schaffen! Wobei es viele Geräte gibt und jeder Patient wohl, wie in dem stern-Artikel (s. Quellen) zu lesen eines unter den über 50 verschiedenen Geräten aussuchen muss, mit dem er persönlich zurecht kommt und das für den Patienten entsprechend Abhilfe schafft.
Ein Gerät mit Atemmaske gilt dennoch als so genannter Goldstandard. Das heißt es ist die beste Methode zur Behandlung. Sie benötigt keinen Eingriff und funktioniert, wohingegen ein operative Eingriff Risiken birgt und nicht zwingend einen dauerhaften Erfolg garantiert.
Quellen und weiterführende Artikel
Was ist Schlafapnoe? – sehr gut ausgearbeiteter und umfassender Artikel zum Thema Schlafapnoe auf schlafapnoe.org
Langzeitschäden durch lautes Schnarchen – Welt online zur Schlafapnoe
Ich atme nachts nicht richtig – Fallbeschreibung und Tipps auf stern.de
Epworth Sleepiness Scale – Fragebogen zur Erkennung von Schlafproblemen (ein Wert deutlich über 5 weist auf Schlafprobleme hin)
Schlafapnoe – netdoktor.de zum Thema Schlafapnoe
Jugendliche: schlechter Schlaf, schlechte Noten? – netdoktor.de zum Thema Schlafapnoe bei Jugendlichen und schlechte Noten durch Konzentrationsschwierigkeiten und Lernprobleme
Fußnoten
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