Daily Archive for Juni 4th, 2008

Richtige Ernährung

Gewichtsreduktion, schöne gleiche Körper und schlanke Linien werden immer wichtiger. Die Medien machen es uns vor, so genannte “Superstars” zeigen uns was gut und richtig sein soll. In Wirklichkeit weiß jedoch kaum jemand etwas über die Körperfunktionen, wie unser Stoffwechsel funktioniert, wie und was man essen sollte und was gesund und was ungesund ist.

Immer noch eine weit verbreitete Methode zur Gewichtsreduktion ist die Diät. Wie gefährlich für den Stoffwechsel eine Diät ist, wissen nur die wenigsten. Durch eine radikale Diät, bei der viele ihre Kalorienzufuhr am Tag auf nur einen Bruchteil der eigentlich benötigten Menge drücken, scheint ein angesehenes Mittel zu sein. In Wahrheit wird damit der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht und der Körper durcheinander gebracht. Der Körper interpretiert die dauerhaft radikal verminderte Menge an Kalorien als Notstand auf den er probat zu reagieren habe. Um die Notsituation für den Körper so gut wie möglich zu kompensieren, wird dabei dann jedes überschüssige bisschen Kalorien sofort gespeichert. Schließlich ist der Körper dazu ausgelegt, Reserven für schlechtere Zeiten vorzuhalten. Dass dies heutzutage dank Supermärkten und Ernährung im Überfluss nicht mehr nötig ist, ist dem Körper reichlich egal.
Das ganze wirkt sich dann als Jo-Jo-Effekt aus, denn die Stoffwechselreaktionen des Körpers sind verzögert. Noch in seinem Alles-Abspeichern-Modus aktiv, werden nach der Diät die überschüssigen Kalorien sofort gespeichert und man beginnt wieder auseinander zu gehen wie ein aufgepumpter Ballon. Ausschlaggebend dafür ist meist, dass die Leute sich grundlegend falsch ernähren und statt ihr Essverhalten umzustellen, weiter ungesund essen, nach dem ein paar Pfunde verloren wurden.

Einen interessanten Ansatz, der berücksichtigt, dass normale Diäten bei den meisten Menschen nicht dauerhaft funktionieren, wird in der Folge Quarks & Co vom 29.04.20081 vorgestellt. Hier verfolgt man den Ansatz, dass sich der Patient satt essen darf, denn nur wer satt ist, isst nicht weiter. Allerdings wird dabei die Kaloriendichte der Nahrung reduziert, sodass nur der Mindestbedarf (bzw. etwas weniger, was zur Gewichtsreduktion führt) gedeckt ist. Schließlich kann ein Schokopudding statt 500kcal auch nur 300kcal haben, je nach Zubereitung und Sorte.

Der normale Mensch im mittleren Alter mit einem durchschnittlichem Büroberuf (auch Studenten und andere, die viel sitzen) haben einen durchschnittlichen Verbrauch von etwa 2000kcal. Im Internet gibt es Webseiten zum Thema, auf denen Durchschnittswerte mit Standardkalorienwerten verfügbar sind, dort kannst Du deine Tageszufuhr kontrollieren2.
Wichtig sind auch die versteckten Dickmacher. Zum Beispiel Produkte mit vielen Kohlenhydraten. Kohlenhydrate sind gute Kraftlieferanten, wird die Kraft vom Körper jedoch nicht gebraucht (verbrannt) werden die Kohlenhydrate in Fett umgewandelt und gespeichert. Zu diesen reichhaltigen Kohlenhydratträgern gehören unter anderem: jegliche Form von Weißbrot, Kartoffeln, Reis, Malz(bier) und Nudeln.

Wichtig für den Stoffwechselkreislauf ist auch die richtige Zufuhr an Flüssigkeit. Im Durchschnitt sollte jeder Mensch (mal von Krankheiten abgesehen) ungefähr 2-3 L Flüssigkeit (am besten Wasser) zu sich nehmen. Schwitzt man viel oder treibt Sport sind entsprechend mehr zuzuführen.

Light-Produkte und ihr Nachteil

Ebenfalls indirekte Dickmacher können Light-Produkte die Süßungsmittel als Zuckerersatzstoffe beinhalten sein. Dies stimmt zwar nicht generell, jedoch reagiert der Körper schon bei der Zufuhr der süßen Nahrungsmittel. Das süße verspricht eine Zuckerzufuhr, der Körper beginnt Insulin ins Blut auszuschütten, um den Blutzuckerspiegel zu senken. Die verhofften Zuckerstoffe bleiben jedoch aus, da das Lebensmittel (bspw. Cola-Light oder andere Produkte) keinen Zucker enthalten, sondern nur süß schmecken. Isst man nun nichts anderes und hat vielleicht seit zwei, drei Stunden nichts mehr gegessen, sinkt der Blutzuckerspiegel durch das ausgeschüttete Insulin. Der Körper reagiert dann nach einer gewissen Zeit darauf mit einem Hungergefühl, da ein niedriger Blutzuckerspiegel schlecht für Körper und Gehirn ist. Durch den Hunger soll die Nahrungsaufnahme und das Steigen des Zuckerspiegels veranlasst werden.

Obst und Gemüse ist gesund

Gesund ist Obst und Gemüse in den verschiedensten Formen und reichlich. Jeder Mensch sollte zur idealen Versorgung und zur Krebsvorsorge jeden Tag etwa zusammen 5 Portionen Obst und Gemüse essen. Eine Portion ist eine Hand voll. Nicht gezählt werden Reis und Kartoffeln.
Obst und Gemüse kann auch nur bedingt durch Saft ersetzt werden. Obst hat den Vorteil durch viele Ballaststoffe auch den Magen zu füllen und damit sättigend zu wirken und außerdem enthalten Obst und Gemüse viele Bioaktive Stoffe, die positiv auf den Körper wirken. Wie ist wohl noch unklar.

Außerdem ist es sehr wichtig schon in der frühstens Kindheit sich richtig zu ernähren. Laut einer neuen Studie3 aus Schweden ist es wohl so, dass die Anzahl der Fettzellen im Körper ab einem gewissen Alter in etwa gleich bleiben. Dann werden ca. 10% der Fettzellen jährlich vom Körper ab- und wieder aufgebaut. Die durchschnittliche Anzahl bleibt jedoch etwa gleich. Das ist ein wichtiger Punkt als Grundstein für eine gesunde Ernährung und ein gesundes Körpergefühl. Schließlich sind immer mehr Kinder zu fett, treiben zu wenig Sport, sitzen schon in jungen Jahren vor dem Fernseher, Rechner oder der Spielekonsole und stopfen unüberlegt in sich hinein, getrieben durch eine falsche bzw. gar keine Erziehung der Eltern. Mangelerscheinungen und auffälliges Verhalten bei Kindern kann oft in großem Maße auf das Verhalten bzw. die Erziehung der Eltern zurückgeführt werden. Womit Eltern in großem Maße direkt für die Entwicklung und das Verhalten ihrer Kinder verantwortlich sind. Ein mal abgesehen von externen Umwelteinflüssen, die vor allem zur Pubertät und das Abnabeln des Kindes von den Eltern zunehmen.

Ernähre dich gesünder – werde aktiver!

Wenn Du eine Entscheidungshilfe benötigst, um dich gesünder zu ernähren und mehr zu bewegen, ist die Studie aus dem Psychologischem Portal der HU Berlin zum Gesundheitsverhalten sicher hilfreich. Der Einstieg direkt zur Studie: http://www2.hu-berlin.de/psychologie/psytests/studies/studien.php?link=healthb

Eine Übersicht zur Studie und weitere Informationen, auch zur Dauer gibt es auf Psytests.de – dem Portal der HU Berlin.

Fußnoten

  1. Quarks & Co: 29.04.2008, Die Dickmacher – und wie wir ihnen entkommen
    Alle verfügbaren Sendungen sind im RSS-Feed vom WDR aufgelistet. []
  2. Kalorientabelle mit Durchschnittswerten []
  3. http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/gutzuwissen/291568.html []

Für und wider – zwischen Studiengebühren und Gerechtigkeit

Ypsilanti hat ihr Versprechen gehalten und mit einer linken Mehrheit von SPD, Grünen und Die Linke im hessischen Landtag die Studiengebühren wieder abgeschafft. Es wurde ein Gesetz verabschiedet, welches festhält, dass die Regierung in Zukunft auf Studiengebühren im Allgemein – das heißt sowie auf Erstsemestergebühren und Langzeitstudiengebühren – verzichten will und natürlich wird. Die Netzeitung schreibt dazu:

Das Gesetz legt fest, dass die Hochschulen die mit der Abschaffung der Gebühren verbundenen Einnahmeausfälle von 92 Millionen Euro pro Jahr aus dem Landeshaushalt ersetzt bekommen. Über die Vergabe dieser Mittel soll an jeder Hochschule eine Kommission entscheiden, an der die Studenten zur Hälfte beteiligt sind.

Des Weiteren ist in der Netzeitung zu lesen, dass diese Meinung natürlich nicht von dem gesamten Parlament geteilt wird. CDU und FDP äußern ihre Kritik und halten die getroffene Entscheidung für falsch, vor allem die Abschaffung der Langzeitstudiengebühren.

Als Student müsste man, so könnte man denken, natürlich generell gegen Studiengebühren sein. Verhilft uns aber doch unsere Bildung und unser Niveau dazu, eine sachliche Debatte und genaue Betrachtungsweise der Vor- und Nachteile.
Eine Frage, die ich mir zur Einführung der Studiengebühren stellte war, ob sie wirklich sinnvoll sind, ihren Zweck erfüllen oder eher hinderlich und ungerecht. Was für die einen eine Eindeutige Tatsache darstellt, ist für mich – zumindest mittlerweile – nicht mehr eindeutig. Was jedoch geblieben ist, ist die Kritik an Studiengebühren ab dem 1. Semester und die Höhe von 500 €.

In einem Semester fallen somit für einen Studenten zusätzliche Kosten von 83,33 € an. Wenn somit Kosten für ein Zimmer in einem Studentenwohnheim (was in Darmstadt im Durchschnitt für ca. 22qm) zwischen 230 € bis über 300 € kostet, zu bezahlen sind, dazu pauschal Stromkosten von ca. 28 € sowie weitere Umsatzkosten für Lebenshaltung, Telefon und Versicherungen (Haftpflicht und Krankenkasse) sind schnell im Monat 450 € verpufft. Wenn ein Student nun nebenher arbeiten geht, was bei geringer bis fehlender Unterstützung der Eltern unvermeidlich ist und monatlich zwischen guten 550 und 650 € verdient und weitere 100 € im Monat für Kleidung und Freizeit (Essen, Party, Kino, CDs usw.) berechnet werden, dann fallen 83,33 € schon stark ins Gewicht. Manch einer kann sich das nicht leisten!
Einige Studenten zum Beispiel aus dem Studiengang Informatik arbeiten dann nebenher noch als freiberufliche Webdesigner und versuchen sich ein Zubrot zu verdienen. Der Nachteil dabei ist, dass das Studium unweigerlich darunter leidet, weil die Zeit fehlt. Hierbei noch nicht eingerechnet ist die sowieso von jedem Studenten zu bezahlende Verwaltungspauschale, die für Verwaltung so wie für Semesterticket und andere Dinge (bspw. der AStA) von ca. 140 bis über 200 € / Semester zusätzlich zu bezahlen sind!

Das war das “wider”, was ist das “für”?
Fakt ist, dass auch einige Studenten, aus welchen Gründen auch immer, relativ lange für ein Studium brauchen. Die Regelstudienzeit ist, wie oft fälschlicherweise vernachlässigt wird, eine Veranschlagung der mindestens benötigten Zeit, wenn alle Veranstaltungen im vorgegebenen Rahmen geschafft werden. Kann man eine Prüfung nicht absolvieren oder verhaut eine solche, kann sich schon das ganze Studium, um ein Semester verschieben. Dabei sind noch keine persönlichen Probleme oder das Zurecht-Finden sowie oft auch eine gewisse Trägheit seitens der Studenten berücksichtigt. Die durchschnittliche Studiendauer liegt also deutlichen (oft zwei, drei Semester) über der Regelstudienzeit. Um den Studenten einen gewissen Ansporn zu geben, ist es jedoch u.U. sinnvoll Langzeitstudiengebühren einzuführen, die z.Bsp. ab der Regelstudienzeit+4 veranschlagt werden.
Außerdem werden durch das zusätzliche Geld oft die miserablen Zustände an manchen Universitäten verbessert – hoffentlich!

Meine Kritik ist jedoch, dass …

  • …sich die Politik nicht aus ihrer Verantwortung gegenüber der Bildung und damit der Ausbildung der Jugend und somit der Zukunft des Landes stehlen darf. Sprich: das Land muss in angemessener Höhe die Bildung in allen Bereichen (Schulen, Gymnasien, Hochschulen und Universitäten wie auch an berufsbildenden Schulen) unterstützen! Studiengebühren dürfen also keine vollständige Streichung der Landesmittel nach sich ziehen!
  • …die Studiengebühren von 500 € und Langzeitstudiengebühren von 700 € bis zu 1500 € / Semester ein unverschämt hohes Maß sind! Kein normaler Student kann sich das auch nur ein Semester lang leisten. Er müsste dafür solange und soviel arbeiten gehen, dass sich sein Studium nur noch weiter unnötig verzögern würde und somit ist eine dermaßen hohe Gebühr kontraproduktiv.
  • …sich Studiengebühren teilweise abschreckend, aber auch negativ auf die Chancengleichheit auswirken. Studien haben immer wieder gezeigt (bspw. auch die Pisa-Studien), dass Kinder aus sozial besser gestellten und Akademikerfamilen eher an einem Studium teilnehmen, als es schwächere Schichten im Verhältnis tun müssten sollten.
  • …dass Roland Koch als hessischer Ministerpräsident einfach ein Gesetz zu Studiengebühren aufstellte, obwohl er genau wusste, dass in der hessischen Verfassung eine unentgeltliche (das heißt gebührenfreie) Bildung verankert ist. Nicht dazu fallen Zahlungen die z.Bsp. eine Verwaltungspauschale darstellen (da hiermit anfallender Aufwand pro Student und Zusatzleistungen wie das Semesterticket finanziert werden, welches der Chancengleichheit dient).

Studiengebühren sind also nicht nur negativ, Langzeitstudiengebühren mit Maß, können also u.U. auch ein probates Mittel sein eher trägen Studenten zu einem mehr oder weniger flotten Abschluss zu verhelfen.
Alles in allem bin ich also zum größeren Teil glücklich über die Entscheidung, da sie eine sehr starke Belastung von mir (und meinen Eltern) nimmt, die das Studium unbelasteter machen.
Andererseits finde ich es auch in Ordnung, wenn man als zukünftiger Akademiker (mit meistens einem relativ guten Gehalt) Verantwortung für seine kostenintensive Ausbildung übernimmt. Ein Modell könnte auch sein, nach dem Studium mit entsprechend guter Anstellung einen gewissen Betrag an das entsprechende Land zurückzuzahlen.

Letzteres würde mehr Gerechtigkeit in den, in der Netzeitung zitierten nicht ganz unberechtigten Punkt der FDP bringen:

Dagegen sprach der hessische FDP-Vorsitzende Jörg-Uwe Hahn von einem unsozialen und ungerechten Gesetz. Nun müssten wieder Arbeiter und Handwerker mit ihren Steuergeldern die kostenlose Ausbildung von Akademikern finanzieren.

Ich hoffe, dass sich die Bildungslandschaft, sowohl auf Hochschul- sowie auf Schulebene in den nächsten Jahren positiv weiterentwickeln und sich damit den neuen Gegebenheiten unserer Zeit anpassen wird. Eine Überdenkung unseres Bildungssystems ist absolut unerlässlich!