Der indische Messenger hike jetzt mit Verschlüsselung

Die heute im Google Play Store verfügbare und durch hike am 31.12.2012 veröffentlichte Version 1.7 der hike App hat nun eine eingebaute 128 bit SSL Verschlüsselung.

Ich selbst habe mich bisher immer noch davor gesträubt hike zu installieren, auch wenn diese Messenger offensichtlich besser ist als WhatsApp. Die Verschlüsselung wurde wie versprochen zum Ende des Jahres nachgereicht. Einziger Wehmutstropfen: Die Verschlüsselung ist nur für nicht GSM-Netze verfügbar, also z. Bsp. für das öffentliche WLAN oder das private zu Hause. Für mobile Verbindungen wie 3G oder 4G wird auf die GSM-eigene Verschlüsselung gesetzt – welche jedoch schon gebrochen ist. Diese ist jedoch schon seit längerem geknackt, worauf auch mehrere Leute im hike Blog hinweisen. Mit etwas Glück wird die Verschlüsselung noch ausgeweitet.

Was mir persönlich noch fehlt, aber das findet man momentan nur bei wenigen Messengern (die dann meistens andere Schwächen haben) ist ein Opt-Out Verfahren für die Kontaktliste. Aktuell wird noch das ganze Adressbuch abgeglichen. Das passiert mit Hinweis auf den Datenschutz. Hike versicherte mir auch in einer E-Mail, dass keine Daten verkauft oder sonst anderen 3. zugänglich gemacht werden. Wohler wäre mir bei einer Möglichkeit auf Opt-Out (also die Benutzer einzeln manuell hinzuzufügen) statt dem automatischen Adressbuchabgleich trotzdem.

Umsatz der GEZ so hoch wie bei den 100 umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland

Wäre die GEZ (die ab diesem Jahr ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice heißt) ein Unternehmen wie VW, Daimler oder die Deutsche Telekom, dann wäre es eines der größte Unternehmen (nach Umsatz) in Deutschland und würde im guten Mittelfeld liegen.

Seit diesem Jahr gibt es eine so genannte Haushaltsabgabe, Rundfunkbeitrag genannt. Man bezahlt also nicht mehr GEZ dafür, dass man ein “empfangsfähiges Gerät” vorhält, sondern jeder Haushalt muss bezahlen. Soweit erst mal nachvollziehbar und meiner Meinung nach auch sinnvoll. Die öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten haben einen Bildungsauftrag. Vergleicht man das Fernsehprogramm von privaten Sendern wie z. Bsp. von RTL oder Sat.1 im Gegensatz zu ARD, ZDF, 3 SAT, Phoenix & Co, so wird schnell deutlich, dass der Informationsanteil sowohl was Politik und Gesellschaft angeht (investigativer Journalismus z. Bsp.) wesentlich höher und das Niveau wesentlich besser ist, als auf den privaten Sendern. Das gleiche gilt für Informationen bzgl. Forschung, Wissenschaft (Quarsk & Co, W wie Wissen, Abenteuer Forschung) und für Geschichte und Geographie (Terra X, Auslandsjournal, oder Dokus auf ZDF History).

Aber ich will hier keine pro und contra GEZ Debatte führen. Dass an der GEZ, der rechtlichen Aufstellung durch den Gesetzgeber bzw. die Art und Weise wie Gebühren (jetzt Beiträge) eingezogen werden etwas faul merkwürdig ist, ist inzwischen vielen klar geworden. Es fehlt sowohl an Transparenz gegenüber Einnahmen, Ausgaben und Verwertung der Gelder in der GEZ bzw. in den Rundfunkanstalten selbst so wie an einem angemessenen Beitrag. Ich bin gerne bereit für gutes Fernsehen zu zahlen. Aber der neue Beitrag der nun für jeden Haushalt ab 2013 gilt, egal ob man ein Empfangsgerät besitzt oder nicht, ist einfach zu hoch.

Dafür habe ich mir mal die Mühe gemacht und ein paar Zahlen rausgesucht.

Umsatz der GEZ in 2011: 7.533.000.000,00 € (rund 7,5 Mrd.)
Teilnehmerzahl 2011: 41.800.000 (41,8 Millionen)
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/GEZ

private Haushalte 2011: 40.400.000 (rund: 40,4 Millionen, die nun gebührenpflichtig werden ab 2013, Quelle: Statistisches Bundesamt)
Multipliziert mit dem neuen Monatsbeitrag von 17,98 EUR: 726.392.000 EUR pro Monat (726,3 Millionen)
Jahresumsatz (multipliziert mit 12): 8.716.704.000 EUR pro Monat (8,7 Mrd.)

Nun wird man sich vielleicht noch denken (wenn man Politiker über Ressortausgaben und Steuereinnahmen, -höhen reden hört, dass knapp 9 Mrd. nicht sonderlich viel sind. Die GEZ agiert aber wie ein privatwirtschaftliches Unternehmen, dass einen Rundfunkbeitrag einzieht , “Mitglied” ist automatisch jeder Haushalt. Der Beitrag ist faktisch eine Art Steuer, da sie jeder entrichten muss (zur Info: eine Steuer wird allgemein erhoben und kann beliebig verwendet werden, eine Gebühr wird für einen bestimmten Zweck erhoben und darf nur für den vorgeschriebenen Zweck verwendet werden).

Es liegt also nahe die 8,7 Mrd. EUR Umsatz des “Unternehmens” GEZ mit anderen Unternehmen zu vergleichen und dabei ergibt sich ein interessanter Vergleich, wie man über die Liste der größten deutschen Unternehmen nach Umsatz bei Wikipedia ablesen kann.

Die GEZ würde in der Liste dieser Unternehmen auf Platz 55 auftauchen mit 8,7 Mrd. EUR. Das ist etwas weniger als die Merck KGaA umsetzt (wie wir wissen, ein internaton agierendes Pharmaunternehmen aus Darmstadt) oder etwas mehr als Bilfinger Berger (ein in der Beratung und Entwicklung tätiges Immobilienunternehmen) oder Porsche.

Die GEZ muss sich als Unternehmen mit einer solchen Höhe genau so verhalten und man muss dieselben Maßstäbe ansetzen. Darüberhinaus muss man noch empfindlicher und penibler sein, denn genau wie bspw. das Bundesumweltministerium oder das Bundesministerium für Soziales hat die GEZ einen durch ein Gesetz legitimierten Staatsauftrag. Der Bund der Steuerzahler sollte in seinem Schwarzbuch auch über die GEZ schreiben. Kontrollmechanismen und -gremien sollten auch für die GEZ gelten und angelegt werden, so dass die Struktur verschlankt wird und die Gebühren gesenkt werden können.
Im Jahr 2011 hatt die GEZ einen Umsatz von 7,533 Mrd. EUR (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/GEZ). Wenn man diesen Betrag nur halten, nicht senken wollte, wäre ein Monatsbeitrag von 15,53 EUR (bei den oben veranschlagten 40,4 Millionen Haushalten) ausreichend. Das wäre also eine Gebührensenkung.
Das heißt im Umkehrschluss auch, dass die GEZ zum 01.01.2013 die Gebühren angehoben hat. Und zwar wenn man mal ausrechnet:
Differenz zwischen 2011 und meiner Rechnung: 8.716.704.000 – 7.533.000.000 = 1.183.704.000 EUR
1% von 7.533.000.000 = 75.330.000 EUR
Damit sind 1.183.704.000 EUR dann (1.183.704.000 / 75.330.000) = 15,71 %

Eine Steigerung um fast 1/6. Unverschämt oder was meint ihr?

Richtig laufen / joggen – Gesund und fit

Laufen bzw. joggen ist in allre Munde. Viele tun es, in ihrer Freizeit um sich fit und gesund zu halten. Vielen gefällt es an der frischen Luft und in der Natur zu sein und man kann es quasi überall tun. Viele tun es jedoch auch falsch, überlasten sich und ihr Herz, vor allem junge Läufer.

Ich möchte daher in diesem Artikel ausführlich beschreiben was ich in den letzten Jahren an Lauferfahrung gesammelt habe, verknüpft mit den anatomischen und biologischen Erfahrungen aus meinem Studium und das ganze Aufbereiten als kleine Anleitung für junge bzw. neue Läufer.

Zunächst ein kurzer Abriss wie eine Trainingseinheit im Ablauf aussehen sollte. Danach geh ich auf einzelne Punkte ein, die man beim Laufen beachten sollte.

Anatomie des Laufens

Jedes Laufereignis sollte einem bestimmten Ablauf folgen. Zunächst ist wichtig, dass man sich vor dem Laufen gut fühlt. Man sollte weder krank sein noch Schmerzen haben oder sich psychisch schlecht fühlen. Man muss auch laufen gehen wollen, sonst wird man wohl keine 30 Minuten durchhalten.

  • Vorbereitungsphase
    Anziehen, Pulsuhr anlegen, sich fertig machen. Ausreichend trinken, jedoch am besten das letzte mal etwa 15 Minuten vor dem Start. Mit vollem Magen läuft es sich nicht gut.
  • Aufwärmphase
    Man sollte es vermeiden mit kalten Muskeln laufen zu gehen. Der Körper muss auf die kommende Anstrengung vorbereitet werden. Dafür eignen sich entwedre ein paar separate Muskellockerungs- und Dehnungsübungen oder noch einfacher: Man fährt mit dem Fahrrad oder geht flott zu fuß an einen schönen Ort zum Laufen.
  • Laufphase
    Wichtig beim Laufen ist, dass man sich gut fühlt. Es sollte nichts weh tun und man sollte keine Pressatmung haben. Das heißt, man sollte sich beim Laufen angenehm unterhalten können, ohne groß außer Atem zu geraten.
  • Schlussphase
    Die letzte Phase des Laufens sollte immer langsamer werden, so dass sich der Puls langsam dem Ruhepuls nähert. Am Ende sollte man noch einige Minuten gehen. Man sollte vermeiden nach dem Laufen einfach abrupt stehen zu bleiben.
  • Dehnungsphase
    Nach dem Laufen und am besten noch vor dem Duschen sollte man sich dehnen. Nur damit kann sicher gestellt werden, dass die Sehnenlänge auch in Zukunft ausreicht um die Kraft der trainierten Muskeln auf das Skelett zu übertragen. Verkürzte Sehnen können später auch ein Grund für Beschwerden sein.

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Was passiert, wenn Griechenland die Eurozone verlässt?

Die Schuldenkrise in der Eurozone, allen voran die misere Lage von Griechenland ist viel diskutiert. Eine öfter zu hörende Lösung wären Euro-Bonds, auch EU-Anleihen genannt. Dabei würde Europa gesamtschuldnerisch Geld leihen und diese Schulden und die damit verbundenen Verbindlichkeiten (Zinsen etc.) unter allen EU-Ländern aufteilen. Viele, unter anderem die Konservative wie FDP lehnen Euro-Bonds kategorisch ab, wie Philipp Rösler klarstellt. Euro-Bonds bzw. der Umstand bei dem sie eingesetzt würden, würde dazu führen, dass alle Schulden der Eurozone gemeinschaftlich abgetragen würden. Das wäre der einzige Weg, dass alle Länder schuldenfrei werden und sich die Wrtschaft erholen kann. Das Abtragen der Schulden würde bei manchen Ländern bis zu zwanzig Jahren dauern, was ein wirtschaftlicher Bankrott für die Länder bedeuten würde. Dazu müssten allerdings auch Vereinbarungen getroffen werden, um neue Schulden zu vermeiden. Länder wie Spanien oder Irland haben so hohe Schulden (in Prozent am Bruttoinlandsprodukt gemessen), dass sie diese wohl nicht alleine abtragen können. Im ZEIT-Artikel Zeit, die Wahrheit zu sagen erläutert Daniel Stelter, wie man die Schulden abbauen könnte: Indem man einen Tilgungsfonds mit alle Schulden (Staats- und privaten Schulden ab einem bestimmten Verschuldungsniveau) zusammenführt und diesen in der Eurozone gemeinschaftlich über zwanzig Jahre tilgt. Die einzelnen Länder wären für ihre Wirtschaftspolitik, Sparpolitik usw. selbst verantwortlich, allerdings müsste auch eine gemeinschaftliche Schuldenbremse her.

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Jauch: Ein Lehrstück über europäische Geschichte und den Euro

Wie kam das eigentlich, einige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als sich Europa dazu entschloss gemeinsame Sache zu machen. Eine Wirtschaftsunion, irgendwann offene Grenzen, ein europäisches Parlament, europäische Gesetze und der Euro. Wieso eigentlich eine gemeinsame Währung? War das eine kluge Entscheidung und wer hatte da noch mal mitentschieden? Ah ja, Helmut Kohl (CDU). Helmut Kohl entschloss sich damals dazu gegen Kritik seines Zeichens Bundeskanzler, wie in der Sendung diskutiert wurde, eine europäische Währung ohne eine politische Union mitzutragen. Das war, laut Sarrazin ein großer Fehler.

Wer sich solche Fragen stellt, wenn es um Europa geht und wer dann über die Finanzkrise und die aktuelle Schuldenkrise in einigen Eurostaaten nachdenkt, sollte sich die Sendung von Günther Jauch von gestern Abend in der ARD Mediathek anschauen: Ein Lehrstück über europäische Geschichte, den Euro und dessen Zukunft. Es diskutierten Peer Steinbrück (SPD) pro Euro und was wir tun müssen, um das Geflecht Europa und den Euro zu retten und Thilo Sarrazin (SPD) contra Euro und warum der Euro die Idee von einem gemeinsamen Europa vergiftet. Sarrazin wurde eingeladen, da sein neues, aber noch unveröffentliches Buch “Europa braucht den Euro nicht” bereits jetzt hohe Wellen schlägt.

Ähnlich gut sahen auch die Spiegel Online Reporter die Sendung.

Ron was wrong, Whit is right – RSA ist unsicher

Vor einigen Tagen las ich einen sehr guten Artikel bei ZEIT Online über die Unsicherheit des RSA Verschlüsselungsverfahrens. Der Artikel eignet sich auch gut für Informatikstudenten, die noch keine Erfahrungen in Sachen Kryptografie haben und eine kleine, allgemeine Übersicht wünschen. Auch golem.de berichtete darüber, außerdem findet bei Google+ eine interessante Diskussion über Verschlüsselung in den Kommentaren einer ZEIT Online Nachricht statt.

Nun zum Kern: Ronald Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman (RSA) haben zusammen das RSA Verfahren entwickelt. Damals setzte sich RSA durch und der von Whitfield Diffie (u. a. bekannt durch DIffie-Hellmann Schlüsselaustausch und andere Leistungen im Bereich der Kryptografie wie die asymetrische Verschlüsselung) vorgeschlagene Algorithmus unterlag. Ein beunruhigendes Paper mit dem Titel “Ron was wrong, Whit is right” (PDF) nimmt darauf Bezug, dass Ron Rivest wohl doch falsch lag und es wird nachgewiesen, dass RSA nicht die nötige Sicherheit hat, die man ihm jahrelang zugemessen hat.

Warum ist das so problmatisch?

Das Problem liegt darin, dass heute alle gängigen Verfahren zur Webverschlüsselung (bspw. Erstellen von SSL-Schlüsseln für die sichere SSL Verbindung beim Online Banking, Einkauf im Netz, etc.) auf dem RSA-Verfahren beruhen. Ist dies nun unsicher, könnte man aus den neu gewonnenen Informationen vielleicht ein Verfahren ableiten, um Schlüssel schnell(er) zu knacken. Das würde bedeuten, dass eine sichere Verbindung z. Bsp. beim Online Banking angreifbar ist. Warum das zum Problem werden kann, wird sich jeder denken können.

Was war passiert?

Der niederländische Mathematiker Arjen K. Lenstra (englisch) untersuchte 7,1 Millionen im Netz auftauchenden öffentlichen SSL-Schlüssel. Dabei stellte er fest, dass die für die Schlüssel benutzten Zufallszahlen nicht wirklich so zufällig waren wie gewünscht. Das führte bei etwa 27.000 Schlüsseln zu Doppelungen und Auffälligkeiten. Eine wirklich zufällige Zufallszahl zu erzeugen (und keine Pseudozufallszahl) ist längst nicht so einfach wie man vielleicht annehmen könnte. Würde man an einem Computer z. Bsp. die Eingabe der Mausbewegungen als zufällige Werte nehmen, um daraus eine Zufallszahl zu berechnen, wäre aber die Bewegung der Maus berechenbar, dann wäre die Zahl nicht mehr zufällig. Alle Abläufe die berechenbar sind, bieten keine gute Grundlage für Zufallszahlen.

Die Untersuchungen von Lenstra muss nun weiter untersucht und analysiert werden. Im schlimmsten Fall, stellt sie das gesamte Netz auf den Kopf, spätestens wenn jemand behauptet, er habe ein Verfahren gefunden, die “zufälligen” Schlüssel zu erzeugen bzw. mit diesen Schlüsseln verschlüsselte Verbindungen zu entschlüsseln.

Eventuell führt das dazu, dass wir bald andere Verfahren benutzen werden müssen, um unsere Verbindungen im Netz zu sichern.

Im twister of Denglish – Folge 1

Da ich unsere deutsche Sprache, die Sprache der Dichter und Denker sehr mag und mir auch im beruflichen Umfeld sehr oft Anglizismen um die Ohren fliegen – die meisten davon unnötig – habe ich mir vorgenommen in unregelmäßigen Abständen eine kleinen Artikel dazu zu schreiben. Ich möchte Wörter oder Redewendungen die mir zu Ohren gekommen sind oder die ich gelesen habe und für die ich eine deutsche Übersetzung parat habe hier kurz auflisten.

Für viele Wörter gibt es auch schon passende Übersetzungen bzw. Vorschläge vom Verein Deutsche Sprache e.V. in der Wortliste.

en: computer ~ Rechner, der
Im englischen bedeutet das Wort to compute ~ rechnen bzw. to compute sth. ~ etwas berechnen. Daher leitet sich die doch sehr gängige Übersetzung “Rechner” ab.

en: laptop, notebook ~ Klapprechner, der
Für den Rechner, den man zusammen klappen kann bietet sich dann darauf aufbauend der Begriff “Klapprechner” an. Sehr beschreibend, bildlicht, einfach und einprägend.

en: peer pressure ~ Gruppenzwang, Erwartungsdruck, Gruppendruck
Das Wort lief mir auf der Arbeit das erste mal über den Weg, wo es eine junge Studentin benutzte. Ich kannte den Begriff vorher nicht und musste erst einmal nachfragen. Sie konnte mir auch keine spontane Übersetzung liefern, woraufhin ich das Internet konsultierte. Dann kam gleich meine Frage: “Warum man nicht Gruppenzwang benutze?”

Ja, so einfach ist das oft nicht. Denn das englische klingt oft junger, frischer und knackiger. Das liegt aber meist nur daran, dass unser englisch längst nicht so gut ist, wie wir denken. Wir wissen für viele Wörter keine passende Übersetzung aus dem Stehgreif. Viel mehr haben wir ein gewisses Gefühl für die Wörter und in welchem Kontext sie zu benutzen sind. Oft ist dieses Gefühl auch falsch.
Ein Wort das wir nicht genau kennen, wo wir keine deutsche Übersetzung für haben ist etwas neues, etwas unbekanntes und macht uns neugierig. Es klingt eben frisch und knackig. Aber oft treffen wir mit den Wörtern nicht genau den deutschen Kontext, da wir im deutschen viele Wörter für dasselbe haben, die sich in kleinen aber feinen Nuancen unterscheiden.

Daher mein Schlusssatz für die erste Folge: Wenn wir alle unser englisch verbessern, wissen wir für englische Wörter auch die deutschen Übersetzungen und das wiederum hilft uns beim Sprechen und Leben der deutschen Sprache.

Die Geschlechterlüge: Der Mann als Untier, der Gewalt und Rohheit entgegen jeder Menschlichkeit symbolisiert

Ich möchte hier auf einen sehr lesenswertes Essay bei ZEIT online hinweisen. Ich möchte den Artikel gar nicht weiter erläutern oder besprechen. Es geht im Wesentlichen darum, wie sich im 18. Jhd. das Bild vom für alles negative stehenden Mann bilden und bis heute verfestigen konnte. Wieso wir Frauen immer Empathie und Gefühl zusprechen, ihnen jedoch mathematische Fähigkeiten oder rohes Handeln absprechen und welche Beispiele gibt es dafür, dass Frauen und Männer nicht so verschieden sind.

Ich bin ein Verfechter von einer gewissen Art von Geschlechterrollen, da ich der Meinung bin, dass es zu unserer Identität beiträgt, wenn wir die vorhandenen Unterschiede zwischen den Geschlechtern als normal annehmen und uns damit auch in unserer Rolle zurecht finden bzw. zum anderen Geschlecht abgrenzen.
Dazu gehört auch, dass es in jeder Geschlechterrolle Ausnahmen und Abwandlungen gibt, aber eben auch, dass Frauen und Männer Menschen sind, die sich weit weniger unterscheiden als wir denken. Es müsste also statt “Frauen und Kinder zu erst” eher heißen “Jeder krallt sich einen Hilflosen und ab geht´s”.

Aber lest und urteilt selbst: Das verteufelte Geschlecht
Im Artikel wird ebenfalls noch folgendes Buch empfohlen: Die Geschlechterlüge: Die Macht der Vorurteile über Frau und Mann

Ich bitte um Meinungen in den Kommentaren!

Eine wissenschaftliche Befragung von Lehrern, Sozialarbeitern, Jugendhelfern und Medizinern ergab, dass deren »Beschreibung von Männlichkeit(en)« durchgängig »latent oder ganz offen negativ bzw. mit Abwertungen versehen wurde« – und zwar in einem Ausmaß, das die Forscher Reinhard Winter und Gunter Neubauer 1998 als »erschreckend« bezeichneten. Ob die Pädagogen mit dem Düsterbild von Maskulinität eine Ausnahme bilden oder eher im Konsens liegen, blieb unerforscht.

 

 Nachtrag 21:11

Was mir an dieser Stelle noch ein Anliegen ist und was ebenfalls zum Thema passt ist das so genannte “gendern” oder “gendering” – vom englischen genderGeschlecht, Geschlechterrolle. Dabei handelt es sich um die von vielen inzwischen, vor allem in den Sozialwissenschaften tätigen, vorangetriebene Berücksichtigung gleicher Geschlechter in der Schrift- und Wortsprache ganz gleich welches Geschlecht das Wort selbst trägt. Dass es im deutschen z. Bsp. “der Lehrer” heißt und nur die Mehrzahl “die” weiblich ist, interessier beim “gendern” nicht. Alleine das englische Wort ungeändert in die deutsche Sprache zu übernehmen ist schon ein Krampf.

Ein Krampf sind aber auch die Sätze, die beim “gendern” entstehen. Ein kleines Beispiel von mir: Sehr geehrte Lehrerinnen und Lehrer. Bei der nachfolgenden zu besprechenden Problematik der Schülerinnen und Schüler möchten die anwesenden Schulleiterinnen und Schulleiter so wie die Oberschulrätinnen und Oberschulräte den Schülerinnen und Schülern entsprechende Problematik erklären.

Das Beispiel ist natürlich mit Absicht so gewählt, dass die Problematik heraussticht. Ich weiß auch aus dem Bekanntenkreis, dass es inzwischen bei Studiengängen der Gesellschaftswissenschaften eine Pflicht ist jeweils beide Geschlechter zu benennen oder eine Fußnote zu setzen, dass man nur in der männlichen Variante schreibt wegen der Lesbarkeit, aber immer beide Geschlechter meint. Wer falsch schreibt oder die Fußnote vergisst, muss damit rechnen durchzufallen.

Dabei stellt sich mir die Frage: Wem nützt das? Ich habe noch keine Frau oder Mädchen gesehen, dass vor Ungerechtigkeit oder sexistischen Sprüchen an Arbeitsplatz oder Schule gefeit war, weil beide Varianten in die Texte einfließen. Das ist viel mehr eine Sache der Erziehung und der gelebten Behandlung zwischen den Geschlechtern.
Durch diese in Wort und Text herausgestellten Unterschiede machen wir genau das, was eigentlich durch das “gendering” vermieden werden soll: Wir behandeln Frauen und Männer ungleich und vermitteln, dass es hier einen speziellen Unterschied gibt, den ich extra betonen muss.

Würde ich schreiben: “Der Idiot in der Bahn, der dort rumgepöbelt hat, übrigens war er schwarz und sprach kein deutsch, hat sich sowas von daneben benommen.” wäre das rassistisch. Wenn man das bei Frauen und Männern macht, ist es “gendering”. Warum sich bei “Guten Abend liebe Lehrer” die Frauen nicht auch angesprochen fühlen sollen / dürfen, verstehe wer will, ich jedoch nicht.

Der Gipfel der Sprachverirrung und -verstümmelung ist dann eine Idee (ich glaube sie kam aus Skandinavien) die auf EU Ebene vor einiger Zeit eingebracht wurde. Leider weiß ich den Namen der Frau nicht mehr, jedoch forderte sie, dass man alle geschlechterspezifischen Worte in der Schriftsprache durch geschlechterneutrale Wortwandlungen ersetzen solle und wollte das zur Pflicht für offizielle Schriftstücke machen. Daher heißt es nun sehr oft statt “Liebe Studenten” oder “Liebe Studentinnen und Studenten” nur noch: “Liebe Studierende”. Ich studiere aber nicht die Studenten, sondern es handelt sich um Menschen die selbst studieren. Irgendwann züchten wir Frauen die Brüste weg und schneiden Männern ihre Penisse ab, damit wir auch ja alle gleich aussehen. Wie gesagt: Das mag verstehen wer will – ich jedoch nicht!

April 2014
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